Hirtenbrief
Dementsprechend zahm und brav las ich in den Gottesdiensten vom 9./10. den Hirtenbrief von Bischof Markus zum Thema «Glauben feiern». Der Hirtenbrief beschäftigt sich im Wesentlichen mit der Bedeutung von Notker Balbulus (im Rahmen des vierjährigen St.Galler-Zyklus «Ganz schön heilig» auf dem Weg zum Gallusjahr 2012) für heutiges Kirchenverständnis und heutige Kirchengemeinschaft.
Mit Freude las ich die Passagen dazu, dass auch heute wieder eine verständliche und zeitgemässe Sprache und Tonalität für die Liturgie der Kirche nötig ist (da schäumten wohl alle kreuz.neth-Begeisterten, für die es nichts als die pure Gregorianik und ja keinen sündhaften Mozartschen Orchesterklang gibt) und wieviel Sehnsucht nach dem Religiösen in Literatur, Kunst, Film und Musik steckt.
Und doch las ich den Brief in innerer Trauer (die Kirchenräte hatten mich angemahnt, keine Nebenkommentare zu machen, ich war ausnahmsweise sehr gehorsam): Denn wie kann gut 6 Wochen nach dem Debakel des 29.11. dieses völlig ausgeblendet und weggelassen werden, wenn der Hirte in einem frisch verfassten Text zur Herde spricht? Wenigstens eine Anfangs- oder Schlussbemerkung, aber gar nichts, das ist wenig.
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