1939
Zwei Vorbemerkungen:
a) Mein Misstrauen und meine Vorbehalte gegenüber der SVP als klar neofaschistischer Partei sind bekannt. Da Bundesrat Maurer als Parteipräsident der Zürcher und der Schweizerischen Partei für ihre Ideologie mitverantwortlich war, gelten diese Gefühle auch ihm.
b) Im Jahre 1939 rückten meine Eltern beide in den Aktivdienst ein, Papa, 24jährig und berufstätig, als Gebirgstrainsoldat in den Glarner und Bündner Bergen, Mama, 22jährig und freiwillig, als FHD-Telefonistin in einer Zentrale in Brunnen. Mit beiden konnte ich – oral history – unzählige Gespräche über ihre Beweggründe und Erlebnisse führen. Vieles war great, ihre Überzeugungen glaubwürdig.
Daraus folgende Aussage:
c) Wenn Bundesrat Maurer sagt, dass Leute «mit dicken Bäuchen und gefüllten Tellern» nicht berechtigt seien, Kritik an den Leistungen der Aktivdienstgeneration zu üben, hat er recht. Die Soldaten und FHDs an der Basis glaubten an eine gute Sache und taten sie auch! Wer dieser Generation irgendeine Mitschuld am Versagen derjenigen Politiker und Militärs zuschiebt, die mit Hitler-Deutschand direkt oder wirtschaftlich indirekt kollaborierten, ist ein/e menschenverachtende/r Ideologe/in.
Anmerkung an die Historikerzunft:
d) Würdet Ihr bitte deshalb in Zukunft deutlicher unterscheiden zwischen dem Verhalten einiger Eliten und der der klaren Mehrheit des Volkes.
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