Heinz Angehrn

Anmerkungen zur neokonservativen Welle

Die Parallelen zwischen dem Erstarken konservativer Parteien am Rande des Neo-Faschismus (SVP in der Schweiz, FPÖ/BZÖ in Osterreich, Front National in Frankreich) und dem zumindest Stärker-Werden konservativ-katholischer Gruppierungen am Randes des katholikalen Fundamentalismus sind erstaunlich und ins Auge springend:
– Beide benennen einfache in die Vergangenheit zurückblickende Werte bzw. holen sie sogar zurück aus der (religions)geschichtlichen Mottenkiste. Das Reduit und die tridentinische Liturgie, der Klerikerkragen und die immerwährende Neutralität etc. etc., als gemeinsamer Nenner: das christliche Abendland als Höhepunkt der Weltgeschichte.– Beide haben ein klares Feindbild: Die gesellschaftlichen 68er und ihre Nachfolger bzw. die Freunde des Zweiten Vaticanums und ihre Nachfolger sind schuld am Zerfall von Moral, Ruhe, Ordnung und Religion, aber sie sind nun am Aussterben.– Beide haben ganz klar immer wieder rassistisch-ausgrenzende Untertöne in Polemik und Argumentation, und wenn sie darauf angesprochen werden, schämen sie sich nicht einmal.– Beide haben Erfolg bei einfach strukturierten Menschen, die an der Komplexität der multikulturellen und immer stärker globalisierten Welt des neuen Jahrhunderts leiden bzw. ihre Notwendigkeit nicht verstehen.– Beide sind darum a) gefährlich für Zukunft und Überleben der Menschheit (locker lehnen sie sowohl die Theorie vom Klimawandel wie auch die Notwendigkeit künstlicher Empfängnisverhütung ab) und b) bekämpfenswert im Interesse unserer Spezies (deren Entstehung via Evolutionstheorie sie ja auch bezweifeln).

31. Juli 2009 | 13:06
von Heinz Angehrn
Lesezeit : ca. 1  Min.
Teilen Sie diesen Artikel!