Heinz Angehrn

McDonald

«Warum sollten Mitglieder der katholischen Kirche nicht das gleiche Recht haben, dass katholisch drin ist, wo katholisch draufsteht, wie McDonald-Besucher auf ihren Big Mac?»
So ein neckischer Ausschnitt aus einem Text eines Neokonservativen. Ich kann mit der Parallele allerhand anfangen, anders als der Textverfasser, der diesen Vergleich mit einer ellenlangen Abhandlung zu den Vorgängen in der Diözese Linz und dem Thema Sexualmoral verbindet, an deren Ende einem der Schnauf ausgeht, und nur klar wird, dass er gegen Sex vor der Ehe und dies quasi als zentrales moralisches Dogma ist. Na ja, lassen wir ihm Spass und Phantasien, und unseren Jungen gleich auch …
Mich interessiert aber schon, was «katholikos» ist, und dies so wesentlich, dass wer da eintritt, ein Recht darauf hat. Ich denke beispielsweise, dass gemeint ist, dass wenn ich in Ponto Valentino, Ticino, und in St.Agathe-des-Monts, Quebec, die Eucharistiefeier am Sonntag besuche, ich mich ähnlich zuhause fühle wie in Abtwil, St.Gallen (an all diesen Orten bin/war ich schon). Dass ich die Leseordnung kenne, dass die wesentlichen Elemente der Messe vorhanden sind. Das ist mein Anspruch bei McKath.
Aber: Im Bleniotal wird der ambrosianische Ritus gefeiert, mehrere liturgische Teile sind verändert und an anderen Orten. Hier wird in Englisch zelebriert, dort in Französisch. Es gibt also Vielfalt in der Einheit, bunte, spielerische Vielfalt. Und ich denke, dass es eben in Manila, in Tegucigalpa und in Yaoundé nochmals anders aussieht. Das ist also auch McKath. Nichts von überall gleicher steriler lateinischer Liturgie im immer selben Ritus!

23. Juli 2009 | 17:49
von Heinz Angehrn
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