Heinz Angehrn

Unfassbar

Unglaublich, ja unfassbar, die Diskussion um unser Gesundheitswesen. Die einen tun, als sei unsere Situation ein Sonderfall, dabei ist das Problem in der ganzen Ersten Welt das selbe. Die anderen versuchen Sündenböcke zu eruieren und wissen doch sehr wohl, dass wir selber mit unserer monumentalen Anspruchshaltung an das Gesundheitswesen die Schuldigen sind.
Habt Ihr denn immer noch nicht begriffen, dass es weder an der SP-Gewerkschafterin Ruth lag und auch nicht am FDP-Monarchen Pascal liegt, dass die Kosten so aus dem Ruder laufen, sondern an etwas eigentlich positiv zu Bewertendem, dem Miteinander von gewaltigem medizinisch-wissenschaftlichem Fortschritt, dem ständigen Älter-Werden der Bevölkerung und der Tatsache, dass das gesamte medizinische Angebot allen stets und krankenkassenbezahlt zur Verfügung steht?
Es gibt nur ein Entweder-Oder:- Entweder wir lassen die Entwicklung so weiter laufen, und das System wird irgendwann kollabieren.– Oder wir akzeptieren etwas Unsoziales: Dass nicht mehr alle Leistungen für alle zur Verfügung stehen. Dass es eben Grenzen a) des Alters, b) der Sicherheit der Mortalität und c) der Erfolgsquote einer Behandlung geben muss. Und dass es sich die ganz Reichen dann eben doch aus eigener Kasse leisten können.
Die Opfer zum jetzigen Zeitpunkt sind die Allgemeinpraktiker, die wenig zur Kostensteigerung beitrugen, aber als Männer/Frauen an der vordersten Front am leichtesten angreifbar sind. Hier bin ich für einen fix garantierten Grundlohn (etwa entsprechend einem Gymnasiallehrer) mit Boni für flexible Öffnungszeiten, Netzwerkzusammenarbeit und Notfalleinsätze.

27. Mai 2009 | 07:54
von Heinz Angehrn
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