Szene von einem Stanser Weihnachtsmarkt  © Walter Ludin
Walter Ludin

Diesen Blog gibt es 2026 nicht mehr.

Mein letzter Blog – nach über 4500
«Der Blog mit seiner subjektiven Sicht passe nicht mehr zu unsern journalistischen Grundsätzen.» Mit dieser Begründung hat der Chefredaktor von kath.ch angekündigt, es gäbe ab Neujahr keine Kirchenblogs mehr.
Als ich dies in meinem vorherigen Blog «Dreifaltigkeit – Ewigkeit» mitgeteilt habe, erhielt ich etliche Solidaritätsbezeugungen; auch mit der Anregung, dass wir (Heinz Angehrn, Markus Baumgartner und ich) andernorts weiterfahren sollen. Wir klären dies ab. Vielleicht hat jemand von Euch eine konkrete Anregung.
Für heute aber möchte ich danken:
-meinem Freund Stefan Rüde, der mir technisch Unbegabten, das Posten abgenommen hat;
-Karl Stadler, der meine Blogs unermüdlich kommentiert und kritisiert hat. Ich darf feststellen, dass wir uns trotzdem menschlich gut verstehen. Er hat mich mehrmals besucht und wir haben uns gut unterhalten. Ein Beispiel dafür, dass man mit jemandem durchaus anderer Meinung sein kann, und ihn trotzdem nicht als Feind behandeln muss …


Und nun mein letzter Blog:
Wie würde die Welt aussehen, wenn Jesus nicht geboren wäre?
Haben Sie sich auch schon vorgestellt, wie eine Welt aussehen würde, wenn es Jesus Christus nicht gegeben hätte? Wie würde unser Leben aussehen, wenn Jesus nicht vor 2000 Jahren geboren wäre? Wie sähe unser Zusammenleben aus, wenn bei uns immer noch heidnische Religionen das Sagen hätten?
Da gäbe es vielleicht immer noch eine Form der germanischen Religion mit ihren Göttern; zum Beispiel mit Wodan, dem auch Menschen geopfert wurden. Wodan – oder Wotan – propagierte Krieg und Fehde. Ähnlich würde wohl die Welt aussehen, wenn es immer noch die keltische Religion gäbe, die ja auch die Religion der Helvetier war, die unserem Land einen Namen gegeben haben. Auch hier gab es Menschenopfer.
Es lohnt sich, hier auf den deutschen Dichter und Nobelpreisträger Heinrich Böll zu hören, der bereits 1957 die viel zitierten Sätze schrieb: «Selbst die allerschlechteste christliche Welt würde ich der besten heidnischen vorziehen, weil es in einer christlichen Welt Raum gibt für die, denen keine heidnische Welt je Raum gab: für Krüppel und Kranke, Alte und Schwache. Mehr noch als Raum gab es für sie: Liebe für die, die der heidnischen wie der gottlosen Welt nutzlos erschienen und erscheinen.» Diese Überlegungen dürfen uns jetzt an Weihnachten mit Freude und Dankbarkeit erfüllen.
Ich lade Sie ein, kurz nachzudenken, was unsere Antwort auf die frohe, menschenfreundliche Botschaft von Weihnachten sein kann. In einem Pfarrblatt fand ich vor einigen Tagen den kühnen Satz: «Du bist Weihnachten.» Es löste bei mir ein Fragezeichen aus. Doch dann erklärte der Verfasser, ein Pfarrer mit, drei Sätzen, was damit gemeint war.
– Zuerst: «Du bist die Krippe.» Das heisst: Gott möchte in uns Platz haben. Oder wie es der Pfarrer leicht poetisch ausdrückt: «Wir werden zu kleinen Krippen, in denen Hoffnung geboren wird.» Und gerade diese Hoffnung hat unsere Welt heute bitter nötig. Sie gründet in der Verheissung Jesu, dass eine Welt ohne Gewalt und Ausbeutung möglich ist.
– Eine zweite Erklärung: «Du bist Engel». Gottes Engel brauchen bekanntlich keine Flügel. Oft sind sie mitten unter uns, in Gestalt lieber Mitmenschen. Ihre Zuwendung leuchtet wie ein Stück Himmel auf Erden.
– Und schliesslich die dritte Deutung vom Satz «Du bis Weihnachten.» Sie lautet: «Du bist Hirte.» Die Hirten der Bibel machen sich zur Krippe auf. So können auch wir in unserem Leben Jesus suchen. Oder auch, wie der Grundsatz der Jesuiten lautet: «Gott suchen in allen Dingen.»
Kommen wir zum Schluss, mit einer ganz konkreten Anregung, weihnachtliche Menschen zu sein. Ich habe sie in meiner Weihnachtspost gefunden. Es heisst dort: «Die Zeit, die wir uns für einen andern Menschen nehmen, ist das Kostbarste, das wir schenken können. Wenn uns das bewusst ist, haben wir den Sinn von Weihnachten verstanden.
Ja, liebe Gläubige, überlegen wir uns doch in diesen Tagen, welcher Mensch es besonders nötig hat, dass wir ihm ein Stück unserer Zeit schenken.

Szene von einem Stanser Weihnachtsmarkt © Walter Ludin
25. Dezember 2025 | 08:00
von Walter Ludin
Lesezeit : ca. 2  Min.
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3 Gedanken zu „Diesen Blog gibt es 2026 nicht mehr.

  • Frauchiger, Bärbel sagt:

    Nach 4’500 (!!!) Blogs können Sie immer noch nicht hören! Und Herr Angehrn findet keine einzige Frau, die ihn so inspiriert hat, wie viele Männer.
    Es ist höchste Zeit, dass die alte (Männer-) Garde abtritt . Danke kath.ch

    • Elisabeth Aeberli sagt:

      Liebe Bärbel Frauchiger, dem stimme ich zu, Schade dass von den Blogger/innen auf der Liste nur drei übrig geblieben sind. Als einzige Frau ging mir da der Schnauf aus – hoffen wir auf die neue Garde.
      Elisabeth Aeberli

  • Das ist mir – auch als Frau – zu einseitig negativ.
    Es gab immer wieder Gedanken, die ich mitnahm.
    Und für die sage ich HERZLICHEN DANKE.

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