Illuminati
Nun kommt Dan Browns monumentales Phantasiegebäude wahrhaftig auch in einer verfilmten Fassung auf uns zu. Und die Reaktionen, die der Film auslösen wird, werden sicher zahlreicher, aber auch qualitativ unbedeutender sein als damals beim Buch. «Illuminati» gehört für mich zu den eigentlich «unverfilmbaren» Stoffen. Aber da wir staunenden Auges erlebt haben, dass man(n) «Lord of the rings» verfilmen kann, ja dass sogar manche Stephen-King-Werke optisch umsetzbar sind (allerdings scheiterten gerade die zentralen Versuche, etwa bei «It» oder «The stand»), lassen wir uns überraschen. Für uns Katholiken kommt allerhand Amüsantes auf uns zu, denn:
– Der Vatikan gestattete es den Filmern nicht, in seinen Kulissen zu produzieren, nur schon der Name Dan Brown habe für die Ablehnung genügt. Die Piusbrüder rechnen den bedauernswerten Herrn Brown kurzerhand zu den «Kirchenhassern».
– Die Story ist aus seriös theologischer Sicht derart absurd und lächerlich, dass das Lesen und hoffentlich auch das Schauen schon wieder Spass macht und hoffentlich machen wird. Kardinäle, die schauerlich brutal ermordet werden; der vergiftete Papst wie anno 1978; sein eigener Sohn als Mörder, Nachfolger und vom Himmel fallender Märtyrer; Antimaterie, die den Vatikan pulverisieren kann; dazu noch die nötigen Portionen an abwegigem und edlem Sex.
– Manche von uns werden endlich einmal Kirchengewaltige so vorgeführt bekommen, wie wir sie uns in unseren wilden Träumen gelegentlich vorstellen. Das ist nun endlich mal kirchliche Science Fiction! Auch wir haben unser Recht auf Spass.
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