Heinz Angehrn

Teutonophe St.Galler

Warum tun sich gerade St.Galler hervor mit gehässigen Äusserungen gegenüber ihrem grossen Nachbarn? Der Rorschacher CVP-Stadtpräsident, dessen Gebiet entlang den Gestaden des Schwäbischen Meeres liegt, gebärdete sich im Parlament ärger als die schlimmsten SVP-Hardliner. Und ein deutscher Wirtschaftsethik-Dozent der Uni St.Gallen, der in Berlin in der Anhörung vor einem Aussschuss des Bundestages aussagte, wird zurzeit in der Ostschweizer Presse und aus dem Munde mittlerer Prominenz (dem neoliberal bös gestrandeten Franz Jäger und Herrn Forster, Gemahl unserer Ständerätin) öffentlich geistig gekreuzigt.
Ja warum denn? Weil wir, wenn wir über unsere verschneiten und kalt umwindeten Hügel schreiten, neiderfüllt die riesigen milderen Lande jenseits des Sees mustern (wo gar guter Wein gedeihen kann)? Weil die Deutschen so gut im Fussball sind; Schweizer Mannschaften regelmässig im Direktvergleich hingerichtet werden? Weil unsere Hoch-Sprache oft so holperig-peinlich daherkommt?
Etwas schäme ich mich schon, denn bewundert habe ich sie immer, die grossen Nachbarn, schon als ich ein kleiner Bub war. Aber das taten/tun die anderen auch, auch die, die kritisieren … Neid is in the air …

31. März 2009 | 07:26
von Heinz Angehrn
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