Heinz Angehrn

Basileia

Wieder einmal ein Zitat aus der schon erwähnten (s.frühere Beiträge) Dissertation (es ist wirklich eine!) von Monika Renz, «Erlösung aus Prägung». Natürlich muss sie sich im Umfeld des Begriffs Erlösung auch der zentralen Botschaft des Wanderpredigers Jesus aus Nazareth, der Ankündigung der basileia tou theou, widmen. Sie definiert – und spricht von der «Genialität des Jesus von Nazareth» (S.199) – wie folgt (s.195):
«In meiner Terminologie gesprochen, ist Basileia der erlöste Zustand, sie ist die erfüllende Antwort auf eine menschliche Ursehnsucht, ungeachtet aller Bewältigungsmuster, in welchen vor allem Menschen der massgebenden Schichten damals gedacht und gelebt hatten. Sie ist eine sich durchsetzende Wahrheit, im Angenehmen wie im Herausfordernden, primär ausserhalb von Zeit, Raum und Kausalität und doch – wo es sein darf – auch innerhalb der sich in Zeit, Raum und Kausalität bewegenden Welt.»
Mir gefällt das, dass ein/e Theologe/in zwar selbständig theologisch weiterdenkt und weiter formuliert, als es bisher der Fall war, aber die zentralen Begrifflichkeiten aufnimmt und sie im Kern auch respektiert! Bspw. formuliert Frau Renz kurz später auch: Basileia und Umkehr sind im Sinne Jesu eine Einheit, aber nur, wenn Umkehr angstfrei erfolgt (S.197) bzw. erfolgen kann. Allen Höllenpredigern früherer Seelsorgergenerationen und besonders den heute noch Wirkenden in Ohr und Herz.

21. November 2008 | 10:11
von Heinz Angehrn
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