Heinz Angehrn

Abstimmung

Eben kehre ich aus der Herbstsitzung des Katholischen Kollegiums, der Exekutive der St.Galler Katholiken in ihrer staatskirchlichen Verfasstheit, zurück. Unter Traktandum 4 wurde die hier bereits dokumentierte Motion «Aggiornamento» verhandelt. Kollegienrat Ammann erhielt Gelegenheit zur Begründung, ebenso Administrationsratspräsident Wüst zur Begründung des Antrags zur Umwandlung der Motion in ein Postulat mit deutlich moderateren Formulierungen. Der Rat stimmte der Umwandlung sehr deutlich zu, lehnte aber noch deutlicher einen Antrag auf Nichteintreten auf die so modifizierte Vorlage ab. Eigentlich spannend wurde es nur, als ein einzelner Abgeordneter beantragte, das Postulat um die Termini «biblische Grundlagen» und «kirchliche Tradition» zu erweitern. Auch dies missfiel dem wohl noch die üblen Kommentare der römischen Vertreter und ihrer zentralistischen Jünger in der SBK im Ohr habenden Präsidenten der Exekutive und er beantragte mit klarem Verweis auf unsere guten St.Galler Verhältnisse, beim ursprünglichen Text des Postulats zu bleiben. Auch dem stimmte der Rat sehr deutlich zu. Selbst Kollega Ammann war in der Schlussabstimmung dafür, ich bezeuge es mit eigenen Augen.
Also:a) Das staatskirchliche Bein im dualen System hält sich an die Regelung einer klaren Trennung der Zuständigkeiten.b) Eine Kommission des Kollegiums, ergänzt durch Vertreter des Ordinariats, wird nur Aufgabe und Stellung der staatskirchlichen Gremien diskutieren.c) Die Brandstifter sitzen nicht in dem Gremium, das ich heute erlebte.

11. November 2008 | 12:17
von Heinz Angehrn
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