Heinz Angehrn

Halbzeit

Wir stehen in der Darstellung und Beurteilung von «Honest to God» nicht nur quantum-mässig (S.70 von 144), sondern auch inhaltlich in der Mitte, quasi eben bei Halbzeit. Und die Chancen und Risiken seines Ansatzes halten sich in etwa die Waage.Die Haupt-Chance: Ein Reden von Gott zu entwickeln, das – weit jenseits der intellektuellen und religiösen Aufklärung – es ermöglicht, mit allen Menschen über die Realität Gott zu sprechen, die uns in der biblischen Grundbotschaft begegnet: Das, was uns unbedingt angeht, das, was den Kern unserer Existenz ausmacht, das mir in mir immer gewärtige Du. Keine antike Gläubigkeit, kein religiöser Eifer ist vonnöten, diesen Gott auszumachen, er wird sich jedem/r erschliessen, der nur gründlich genug über sich selber nachdenkt.Das Haupt-Risiko: Tür und Tor zu öffnen für alle esoterischen Strömungen, diesen Gott allen zuzusprechen, die mit irgendeiner privaten Einsicht, was, wo und wie Gott sein könnte, eifern, werben und ihre Geschäfte machen. Also: Zuviel aufzugeben von der Sicherheit, die eine stabile Dogmatik im Reden von Gott ermöglicht hat. Konstantinopel (381), Toledo (675) und Florenz (1442) so locker aufgeben nur um der Überwindung des Theismus willen?Die Folgerung und Forderung: Ob der Ansatz taugt, ob die Chancen die Risiken überwiegen, das wird sich an Robinsons Christologie weisen. Mit Spannung blicken wir voraus: Kapitel IV, Der Mensch für andere (S.71-88). Lesen Sie mit?

9. Februar 2007 | 17:58
von Heinz Angehrn
Lesezeit : ca. 1  Min.
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