Heinz Angehrn

«Gerechte» Sprache?

Ich enthielt mich hier bis jetzt einer Meinungs-Äusserung, da ich mich gerade an diesem Ort nicht gerne in einen Kübel mit irgendwelchen Kirchen-Rechtsaussen werfen lasse. Nachdem sich aber zunächst schon der liberale Zürcher Dogmatiker Ingolf Dalferth in der Tages-NZZ zu Recht hart über das Projekt «Bibel in gerechter Sprache» äusserte, doppelt nun die aktuelle NZZ am Sonntag happig nach. Dalferths Kern-Aussage wie jetzt diesen nicht sehr «gerecht» klingenden, dafür um so mehr voll (zu)treffenden Beitrag von Manfred Papst in seinem zweiten Teil will ich meinem kurzen Beitrag gerne folgen lassen.Meine These: Hände weg vom Originaltext. Keine ideologisch motivierten Übersetzungs-Veränderungen, weder aus konservativer noch aus progressiver Sicht. Übel aufgestossen ist mir damals schon, dass in der aktuell in unseren Lektionaren gebrauchten Fassung Jes 7,14 gemäss Einheitsübersetzung von der «Jungfrau» und nicht korrekt übersetzt von der «jungen Frau» spricht. Pure Ideologie um des Dogmas willen, falsche Übersetzung wegen der Lukas-Fassung. Shame über die Übersetzer und Übersetzerinnen!Doch nun dasselbe 100fach schlimmer in allen möglichen Kapiteln: Shame über die Täter und Täterinnen auch hier. Applaus den Herren Dalferth und Papst, die ich in den beiden nächsten Beiträgen reden lasse.

11. Dezember 2006 | 07:58
von Heinz Angehrn
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