Heinz Angehrn

Kirchenaustritt von E. Drewermann

Eugen Drewermann tritt aus der Kirche aus. Warum teilt er uns dies so quasi als sein Weihnachtsgeschenk mit? Und was soll uns das im jetzigen Nachdenken über die katholische Kirche sagen? Ich frage mich schon, ob der katholischen Kirche gedient ist, wenn ihre wirklich begabten, aber eben kritischen Denker/innen im Zorn über den momentanen Kurs der Hierarchie gehen. Dies bedeutet ja nicht nur einen Substanzverlust, sondern auch immer wieder eine ganz leichte Verschiebung der kirchlichen Gesamtparameter: nach «rechts», hin zu mehr Ausgrenzung, zu mehr Verrechtlichung, zu mehr katholikalem Denken. Und das kann ja nicht die Intention des/der Gehenden sein!Umgekehrt anerkenne ich gerne, dass ein Übermass an persönlichen Kränkungen, etwa durch Erfahrungen des Umgangs mit Vertretern der Hierarchie oder durch den Inhalt von deren offiziellen Dokumenten, das Fass zum Überlaufen bringen kann. Doch ist es nicht so, dass gerade wegen solcher Erfahrungen und Erlebnisse nicht nur einzelne prominente Exponenten, sondern viele von uns Seelsorgenden und auch viele engagierte Menschen in den Pfarreien gehen könnten?

21. Dezember 2005 | 10:40
von Heinz Angehrn
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