Zwischenrufe betr. Energie und Klima
«Statt eine lange, langweilige Abhandlung hier einige «Zwischenrufe» oder «Flashes» zum Thema Energie und Klima. (Quelle: Energie und Umwelt)
Gas geben
«Bislang kochen wir die Energiewende in der Schweiz auf Sparflamme. Wenn wir keine neuen Gaskraftwerke wollen, müssen wir jetzt Gas geben – aber bei den Erneuerbaren.»
Planetare Grenzen
Was wir schon längst wissen, aber kaum daraus Konsequenzen ziehen: «Unser Ressourcenverbrauch beträgt schon längst mehr als das Dreifache dessen, was die planetaren Grenzen erlauben würden.»
An der Spitze: Sonnen-Energie
«In Pole-Position steht die Solarenergie. Sie kann viel schneller als alle anderen Energieformen installiert werden und ist heute schon bei Neuanlagen am günstigsten.» Der Anteil von Solarenergie an der gesamten Stromproduktion beträgt (in der Schweiz) knapp 5%. Windenergie ist praktisch inexistent.»
Wohin damit?
«Heute werden erst 4 % der Gebäudeflächen für die Solarproduktion genutzt. Auch Strassen können genutzt werden, Parkplätze, Autobahnböschungen, Lärmschutzwände und Staudämme oder -Seen im alpinen Raum.»
Nutzen für die Landwirtschaft
«Mit Agri-Photovoltaik können Landwirt/Innen Äcker und Felder doppelt nutzen.»
Panels statt Bunker
«Es wird Zeit für einen echten energiepolitischen Friedensbeitrag: Solar for Peace. So wie wir einst Bunker bauten, müssen wir nun Solarpanels installieren.
Sonne und Wind: immer günstiger
«Kostentrends zeigen, dass Sonnen- und Windstrom immer günstiger und Atomstrom immer teurer wird.»
Die Zeitschrift «Energie & Umwelt» wird herausgegeben von der Schweizerischen Energiestiftung SES. Im Internet: www.energiestiftung.ch
BROSCHÜRE
Publik-Forum Extra: Wir Sterblichen. Solange wir leben | 38 S. | Grossformat | CHF 10.50 / Euro 8.50 | Zu beziehen bei: Publik-Forum, Postfach 2010, D-61410 Oberursel | E-Mail: verlag@publik-forum.de
Wir sind geboren, um zu sterben. Darum sollten wir uns der Frage stellen: Wie wollen wir mit dem Lebensende umgehen? Dies ist der Ausgangspunkt des neuesten Hefts von Publik-Forum. Das Thema hat «dank» Corona eine neue Dringlichkeit erfahren. Es gelingt den Autorinnen und Autoren der Broschüre, Denkanstösse zu vermitteln – ohne wohlfeile Floskeln.
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Michael Bamberger sagt:
Walter Ludin: “Heute werden erst 4 % der Gebäudeflächen für die Solarproduktion genutzt.”
Bekanntlich haben alle Kirchen, Tempel, Moscheen, Synagogen u.s.w. meist recht grosse Dachflächen und sonstige Freiflächen. Wenn aus den Kassen dieser Vereine ein entsprechender Anteil für Solaranlagen zum Einsatz käme, würde der prozentuale Anteil für die Solarproduktion wohl gesamtschweizerisch spürbar zunehmen. Gleichzeitig würde ein derartiges Handeln insbesondere der katholischen Kirche – mit ihrem ramponierten Image – ein paar willkommene Bandagen bescheren.
Walter Ludin sagt:
Diesmal bin ich mit Ihnen völlig einverstanden.
Ich war übrigens fast 10 Jahre im Vorstand des Vereins Kirche und Umwelt, der solche Anlagen seit langer Zeit propagiert.
Und auch das noch: Beim Bau des Wohnhauses (30 Wohnungen) in unserem Klostergarten wird das ganze Dach mit Panels “bepflanzt”.
stadler karl sagt:
Und den Kaupzinern ist auch positiv anzurechnen, dass sie dieses Wohnhaus nicht einfach in einer kalten Beton-Konstruktion projektiert haben, sondern als Hauptteil des Baustoffes Holz verwenden. Ästhetisch ansprechender und überdies ein Beitrag an unsere heimische Holzwirtschaft, die es ja auch nicht einfach hat.
Michael Bamberger sagt:
Da sind wir also nun schon zwei, die ein solches Vorgehen begrüssen würden. Sie als Kleriker sitzen aber am viel längeren Hebel als ich, um dafür Lobbying zu machen, meinen Sie nicht?
stadler karl sagt:
Wir haben zuhause auf dem Stalldach auch eine Solaranlage. Über das ganze Jahr gesehen geben wir derzeit mehr Strom ins Netz ab, als wir aus diesem beziehen. Unsere Solaranlage ist kombiniert mit einer Erdwärmepumpe (eine der ersten in Uri) und mit Sonnenkollektoren für die Warmwasser-Aufbereitung. Aber im Winter und bei schlechtem Wetter übersteigt unser Energiebedarf die Produktion. Da das alte Auto (18-jährig, aber dennoch relativ sehr wenige Fahrkilometer) bei der Kontrolle nicht mehr mit einem ökonomisch sinnvollen Aufwand durchgekommen wäre, stellten wir auf ein Elektro-Auto um. Da wir nicht viel unterwegs sind, hoffe ich, die Batterien zumindest im Sommerhalbjahr mit überschüssigem Solarstrom aufladen zu können, statt diesen Strom ins Netz abzugeben, wo man nur einen minimen Preis dafür erhält. Allerdings ist eine Ladestation mit neuester intelligenter Technologie auch nicht gerade billig.
Und gesamthaft gesehen ist damit das Energieproblem der CH noch lange nicht gelöst. Fährt der grösste Teil der Bevölkerung dereinst mit Elektroautos, dann wird dies ein riesiger Bedarf nach zusätzlichem Strom hervorrufen.
Persönlich glaube ich nicht, dass man weltweit und in Europa sehr bald auf Nuklear-Energie wird gänzlich verzichten können, denn der Energie-Hunger steigt in allen Gesellschaften derart rasant an, dass die erneuerbaren Energien in nächster Zeit bei weitem nicht werden Schritt halten können. Alle Menschen, kulturübergreifend, . streben nach mehr Wohlstand, was ja niemandem zu verargen ist. Aber mehr Wohlstand bedeutet in der Regel eine exponentielle Zunahme an Energiebedarf.
Eigentlich dürften wir im Internet gar nicht verkehren. Ich habe in der NZZ einmal von einer Studie gelesen, die besagen soll, dass weltweit die Energie, die in allen Sektoren (Private und Wirtschaft) für das Internet aus fossilen Energiequellen bezogen werde, grösser sei als der gesamte weltweite CO2-Ausstoss im Flugverkehr. Man stelle sich dies einmal vor! Wenn diese Studie wirklich wissenschaftlich seriös sein sollte, dann wird ja das Surfen im Internet – z.B. das Lästern auf kath.ch – zu einer ethisch anstössigen Verhaltensweise.