George Francis Xavier

Eine teure demokratische Extravaganz

Obama Obama und Obama. Überall in allen Zeitungen, Webseiten, Sozialen Netzwerken und in allen traditionellen Medien hörte man von Obama. Das Schweizer Fernsehen berichtete «›Four more years›, Barack Obamas Twitter-Botschaft zur Bestätigung seiner Wiederwahl hat alle möglichen Internet-Rekorde gebrochen». In den kommenden Tagen wechselt in der anderen Supermacht China die Partei Personal in ihrem mächtigen Politbüro in einem sehr geheimnisvollen und mysteriösen Prozess (im Vergleich zu den fairen und transparenten Präsidentschaftswahlen in Amerika). Neben Google und allen anderen westlichen Internetangeboten wurde auch Bibo, das chinesische Soziale Netzwerk, auch zum Teil wegen des derzeit stattfindenden Parteitags der Kommunistischen Partei (KP), blockiert. Zwei extreme Formen von politischen Institutionen.
Die Gesamtausgaben für die Präsidentschafts- und Kongresswahlen lagen diesmal bei 5,8 Milliarden US Dollar. Sicher gibt der Chinese sehr viel weniger als der Amerikaner oder ein anderes demokratisches Land für ihren Führungswechsel aus. In der grössten Demokratie der Welt, Indien, gaben die politischen Parteien 2,8 Milliarden US Dollar für ihre Parlamentswahlen 2009 aus. Sicherlich ist die Demokratie, eines der besten Systeme für einen Führungswechsel. Doch Demokratie scheint eine sehr teure Extravaganz zu sein.
Am selben Tag, als die Twitter-Botschaft von der Welt-Bank veröffentlicht wurde, habe ich zufällig gelesen, dass auf der ganzen Welt von fast 7 Milliarden Menschen 2.47 Milliarden unter 2 US Dollar pro Tag leben. Interessant ist, dass die Armutsrate in den USA von 11,3% im Jahr 2000 auf 15,3% im Jahr 2010 sprang. Was für ein Paradox!!!
Zumindest in Indien gibt es einige Einschränkungen hinsichtlich der Summe des Geldes, die von jedem Kandidaten bei den Wahlen ausgegeben wird. Wenn sie die Grenze ihrer zulässigen Ausgabenlimite überschreiten, werden die Kandidaten von all ihren Ämtern, die sie gewonnen haben, suspendiert und auch für die nächsten sechs Jahre vom Kandidieren ausgeschlossen. Warum sollen wir einen solch teuren Wahlprozess der Demokratie fördern, wenn von jeder sechsten Person auf der Welt eine ohne Nahrung und ohne Obdach ins Bett geht? Extrem geäussert: Demokratie (mit einem teuren Wahlprozess) verweigert den Armen Nahrung und Obdach.
Ein Facebook-Beitrag, der meine Aufmerksamkeit auf sich zog, lautet so: «Ich glaube nicht an die Demokratie, weil es das System ist, dass Barabbas frei lies und Jesus kreuzigte.»

8. November 2012 | 00:00
von George Francis Xavier
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