«Quelque chose d’en haut»
Kommt etwas von oben oder nicht? Mit dieser Frage ist die Arbeit der Theologischen Kommission im Oktober 1965 stark belastet. Am 12. Oktober 1965 etwa sagt Mgr. Philips dem Rektor des belgischen Kollegs Albert Prignon vor der Sitzung: «Attendons pour voir s’il n’y a pas encore quelque chose d’en haut [Warten wir ab, ob nicht noch etwas von oben kommt]» (Pr 148). Die Schwierigkeit ist nicht nur, dass man nicht weiss, ob noch etwas von oben kommt, sondern auch, ob all das, was im Namen der «höheren Autorität» präsentiert wird, auch wirklich von oben, d.h. vom Papst, kommt oder ob diese Autorität nur für eigene Desiderate vorgeschoben wird.
Im Oktober betreffen diese Veränderungswünsche (Modi oder Vorschläge), die im Namen einer höheren Autorität vorgelegt werden, die Schemata über die Bischöfe und über die Ordensleute. Hier geht es nochmals um die Frage, welche Bedeutung die Bischofsweihe im Verhältnis zur Verleihung der Jurisdiktion durch den Papst hat, und um die Vollmachten der Bischofskonferenzen. Da die Modi zu einer Zeit eintreffen, als die Kommission bereits in der Abstimmungsphase ist, führen die Interventionen des Papstes bzw. im Namen des Papstes zu einigem Unmut.
Dasselbe geschieht, als die Theologische Kommission den Text über die Offenbarung für die Schlussabstimmung in der Aula vorbereitet. Der Papst interveniert hier zu den brisanten Themen, die in den folgenden Tagen noch näher beleuchtet werden.
(emf)
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