Konzilsblogteam

Den Zwiespalt zwischen Wissenschaft und Glauben überwinden

«Seit langem hat die Kirche nicht genug auf die Welt gehört. Dadurch hat sie ihre apostolische Mission nicht voll verwirklicht», diesen Vorwurf formuliert Bischof Léon-Arthur Elchinger im Blick auf die Situation der Kirche in der Welt von heute. Darum sehe sie sich heute in der Situation, dass sie die Kulturen nicht mehr massgeblich beeinflussen könne. Sie erwecke oft den Eindruck, eine abstrakte und wirklichkeitsfremde Lehre anzubieten, welche nicht auf die Bedürfnisse der Welt eingeht.
Um dem Gegensteuer zu bieten, bedürfe es eines offenen und kultivierten Klerus; es müssten Formen der Begegnung und des Kontaktes eröffnet werden, die es ermöglichen, den Zwiespalt zwischen der Welt der Wissenschaft und der Welt des Glaubens zu überwinden.
«Und die Kirche muss sich um Theologen bemühen, die mit geistigem Feingefühl in der Botschaft des Evangeliums und der biblischen Kultur entdecken und herausarbeiten können, was für Menschen heute sprechend sein kann. Sie müssen fähig sein, in der eigenen Forschung zu integrieren, was in der modernen Philosophie gesund ist und was uns in den modernen Wissenschaften bewegt. Sie müssen das offenlegen, was in der heutigen Welt in gewisser Weise das Evangelium erwartet und in gewisser Weise in eschatologischer Hoffnung steht (im Französischen sagen wir: ‹les pierres d’attente du Royaume dans le monde d’aujourd›hui›). […] Um dies zu erreichen, wäre es sehr zu wünschen, dass die Kirche Theologen, die mit kreativem Geist ausgestattet sind, zur Arbeit ermutigt».
(emf; AS 4/3,118-126)

10. Oktober 2015 | 00:01
von Konzilsblogteam
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