Döpfners Bericht über den aktuellen Stand der Konzilsarbeiten
Ende August gibt Kardinal Joseph Döpfner bei der Fuldaer Bischofskonferenz einen Bericht über den aktuellen Stand der Konzilsarbeiten. Er würdigt das Bemühen um positive Berichterstattung und Würdigung des Konzilsgeschehens in den Medien, konstatiert aber: «Es ist aber eine gewisse Konzilsmüdigkeit unverkennbar. Sie sollte uns ebensowenig stören, wie die Bestrebungen gewisser Organe, aus innerkirchlichen Spannungen (Judenerklärung, Ehefragen, Mischeheproblem, Bischofsrat) Kapital zu schlagen. Die eigentliche und wesentliche Arbeit des Konzils und seiner Kommissionen, das ausdehnte Diskussionen, gründliches Studium und immer viel Geduld erfordernde Erarbeiten und Überarbeiten der Dekrete eignet sich eben wenig für Sensationsmeldungen» (Dö 678).
Hinsichtlich des Bischofsrates (gemeint ist der ständige Rat oder Senat, den viele Konzilsväter gewünscht hatten) bemerkt er: «Grosse Unklarheit und manche Spannungen hinter den Kulissen scheinen hinsichtlich des Bischofsrates zu bestehen; man darf wohl gespannt sein, wie die Formulierung in der letzten Fassung des Schemas De Episcopis lauten wird» (Dö 678). Dass Papst Paul VI. am Konzil vorbei die Bischofssynode einführen würde, war ihm und vielen anderen demnach nicht bekannt.
Des weiteren informiert Döpfner über den Zeitplan, der vorsieht, bis Anfang Oktober die Diskussionen zu beenden, damit vor den Endabstimmungen die zuständigen Kommissionen die nötige Zeit haben, Veränderungen einzuarbeiten.
(emf)
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