Die Kirche ist immer jung
Am 11. August 1965 hielt Paul VI. in Castel Gandolfo während der Generalaudienz eine Ansprache, in der er die Gläubigen zum Vertrauen in die Kirche ermuntern wollte. Die «Schweizerische Kirchenzeitung» druckte diese Rede in deutscher Übersetzung am 9. September 1965 ab, sozusagen als Einstieg in die vierte Konzilssession. Hier ein Abschnitt über «alt» und «jung»:
Die Kirche besitzt zwei Möglichkeiten, «sich jung zu erhalten, das heisst als lebendige Religion im Gewebe der fliehenden Zeit zu stehen. Die eine ist die der Aussenwelt zugewandt, tritt an ihre Umgebung heran, übernimmt deren Sprachen und Sitten, Auffassung, so weit dies mit der Natur und der Aufgabe der Kirche, sich in die vergehende Geschichte einzuschalten, sich zu ‹vergeschichtlichen›, verträglich ist. Die andere geht nach innen. Durch sie sucht die Kirche in sich selber die unerschöpfliche Lebenskraft ihrer Wahrheit, der konsequenten Bildung ihrer Überlieferung, ihres geistlichen Reichtums. Beide Wege sind gut; doch müssen sie einander weise ergänzen und ungefähr das Binom des Evangeliums ‹nova et vetera› darstellen. Dies müssen wir zu verwirklichen suchen, um für das unablässige Blühen des Reiches Gottes zu zeugen und ihm Kraft zu verleihen».
(ufw; Die Kirche ist immer jung. Paul VI. ermuntert zum Vertrauen auf die Kirche, in: SKZ 133 [1965], Nr. 36, 405 f.)
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