Konzilsblogteam

Das Konzilstagebuch von Heinrich Tenhumberg (IV): Die zweite Konzilssession

Die zweite Konzilssession fand bereits unter Paul VI. statt. Weihbischof Heinrich Tenhumberg war von dessen Eröffnungsansprache und dem Schuldbekenntnis Pauls VI. begeistert, nicht aber von der Eröffnungsliturgie der zweiten Session: «Gloria und Credo singen alle in St. Peter choraliter, wenigstens ein kleiner Fortschritt, sonst Stil des 7. Jahrhunderts (…). Grossartige Ansprache des Heiligen Vaters, Applaus in der Aula! Paul VI. sehr ernst, sieht angegriffen aus, sehr herzlich. Das Bekenntnis der Schuld hat mich tief beeindruckt. Ich freue mich auch für die ‹fratres separati› wie der Papst sie nennt» (Eintrag 29. September 1962).
Sein Hauptaugenmerk richtete sich nun auf die Kurienreform, speziell die Reform des Heiligen Offiziums. Dieses sollte nicht mehr die oberste Vatikanbehörde sein, sondern diese Aufgabe soll an die Kongregation für die Evangelisierung der Völker übergehen.
Die besondere Aufmerksamkeit Tenhumbergs fand ausserdem das Schema über die Bischöfe und Diözesen, wo seiner Meinung nach die Kollegialität gestärkt werden müsse. Kritisch merkte er an, dass in Deutschland noch eine grosse Zurückhaltung gegenüber einer eigenständigen Funktion der Weihbischöfe zu spüren war.
 (ufw; Heinrich Tenhumberg: Als Weihbischof auf dem Konzil. Tagebuchnotizen 1962–1965. Herausgegeben von Joachim Schmiedl. Münster 2015, 31 f., 65–87.)

10. August 2015 | 00:21
von Konzilsblogteam
Lesezeit : ca. 1  Min.
Teilen Sie diesen Artikel!