Zeitzeuginnen und Zeitzeugen (IV) – Der Ton macht die Musik
Altabt Odilo Lechner OSB, bei dessen Abtsbenediktion durch Kardinal Döpfner 1964 erstmals im Erzbistum München und Freising eine hl. Messe in Konzelebration gefeiert wurde, erinnert sich an einen Aspekt der Konzilsrezeption: «Aus den verschiedenen Versuchen, ein deutsches Stundenbuch zu gestalten, suchte die Salzburger Äbtekonferenz, der Zusammenschluss der deutschsprachigen Klöster, zu einem gemeinsamen Werk zu kommen. Das war natürlich nur mit Kompromissen möglich (…). Besonders schwierig war naturgemäss die Schaffung eines gemeinsamen Antiphonale, also einer Choralmusik, die der deutschen Sprache entsprach. Als einmal die betreffende Kommission in Maria Laach tagte, wurde der dortige Abt gefragt, ob er nicht seinen Musiker beiziehen wolle. Seine Antwort: ‹Lieber nicht, ich habe zwei Musiker im Konvent›.» Das augenzwinkernde Fazit Abt Lechners dürfte nicht nur kirchenmusikalisch Engagierten bekannt vorkommen, sondern überhaupt für gemeinschaftliches Christsein gelten: «Gerade in der Musik ist es eben nicht so einfach, zu einer befriedigenden Übereinstimmung zu kommen.»
(mq; Zitat: Odilo Lechner. Das Zweite Vatikanische Konzil: Ordensleben und Spiritualität. Wende zum Ursprung – Wende zum Heute, zur Zukunft. In: Konrad Hilpert [Hg.]. Generation Konzil – Zeitzeugen berichten. Freiburg i.Br., Herder, 2013, 111-123, 114f.).
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