Zeitzeuginnen und Zeitzeugen (II) – Predigtnotizen
Als junger Vikar in Bad Säckingen – sozusagen mit Blick auf die Schweiz auf der anderen Rheinseite – erlebte Manfred Diewald die Zeit seit der Konzilsankündigung. «Predigtnotizen aus dieser Zeit rufen mir wieder in Erinnerung, welche Erwartungen an das Konzil uns damals beseelten: Wir fühlten uns dem Papst verbunden in seinem Anliegen, das Konzil auf den Weg zu bringen. Es erfüllte uns das Bewusstsein von der Universalität der Kirche, aber auch die Sorge um die Einheit der Christenheit – wenn auch klar war, dass dieses Konzil kein Unionskonzil werden könne. Doch wir hofften, dass es auf dem Weg zur erstrebten Einheit weiterführen würde. Darüber hinaus erwarteten viele wohl auch Weisungen für die kirchliche Disziplin, die für das Glaubensleben des Einzelnen hilfreich sein könnten. Die Eröffnung des Konzils im Oktober 1962 war uns Vikaren (wir waren damals in Säckingen zu zweit) der gegebene Anlass, in den Predigten das Thema ‹Konzil› weiter zu vertiefen, auch in den Kindergottesdiensten. (…) Wir haben die Kirche in dieser Zeit der Vorbereitung und des Beginns der Konzilsberatungen als Weltkirche und als eine Kirche im Aufbruch erlebt und sind uns ihrer Weltverantwortung eindrücklicher bewusst geworden, was ja durch Papst Johannes XXIII. mit dem Wort vom aggiornamento als eine der Intentionen des Konzils hervorgehoben worden war.»
(mq; Zitat: Manfred Diewald. In: Katrin Gallegos Sánchez, Barbara Henze, Thomas Herkert, Michael Quisinsky [Hg.], Aggiornamento im Erzbistum Freiburg. Das Zweite Vatikanische Konzil in Erinnerung und Dialog. Freiburg i.Br., Verlag der Katholischen Akademie Freiburg i.Br. 2011, 118-126, 119f.)
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