Konzilsblogteam

Die Traditionalisten machen Druck

Den grössten Druck bezüglich einer Veränderung des vorgelegten Textes über die Offenbarung übte die Konzilsminderheit, die sich insbesondere in der «Internationalen Vereinigung der Konzilsväter» (»Coetus internationalis patrum») organisiert hatte, aus.
Der Sekretär der Unterkommission, Umberto Betti, gesteht, dass er das Machwerk der «Internationalen Vereinigung» (insgesamt zehn hektografierte Seiten) «mit Widerwillen» gelesen habe. Er nennt das Papier «eine Neuauflage dessen, was von dem Triumvirat Levebre, Carli, de Proença Sigaud (vgl. 18. September ’64) gegen das Schema über die Kirche verbrochen worden war.» Betti spricht sich im Einvernehmen mit den Vorsitzenden der Unterkommissionen Erzbischof Florit und Bischof Charue dafür aus, sich diesem Angriff gegen den Entwurf des Textes über die Offenbarung ganz entschieden zu widersetzen.
Seit dem Monat April 1965 mehrten sich die von der Konzilsminderheit direkt an den Papst gerichteten Schreiben und es wurde bekannt, dass Paul VI. der Konzilsminderheit grosse Aufmerksamkeit widmete. Von den Vätern der «Internationalen Vereinigung» wurde zu Beginn der vierten Sitzungsperiode Mitte September 1965 ein Brief an Papst Paul VI. geschrieben, in dem nachdrücklich eine grundsätzliche Debatte des Entwurfs «Über die göttliche Offenbarung» verlangt wurde. So war zu Beginn der letzten Sitzungsperiode des Konzils noch offen, ob und wie es möglich sein würde, die tiefgreifenden Differenzen zu überbrücken.
(Hanjo Sauer)

16. Juni 2015 | 00:01
von Konzilsblogteam
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