Beschwörende Worte zur Wahl Johannes XXIII.
Dass eine neue Epoche begonnen hatte (siehe Blogeintrag von gestern), war bei der Wahl Angelo Roncallis zum Papst am 28. Oktober 1958 noch nicht absehbar. Unter den überraschten Reaktionen der deutschen Bischöfe zitiert Joachim Schmiedl das Hirtenwort des Paderborner Erzbischofs Lorenz Jaeger, das «geradezu stammelnd» klinge:
«Die Kirche braucht den Nachfolger des heiligen Petrus. Der aber wird von Gott geschenkt und nicht von Menschen gemacht. Wir sind zutiefst davon durchdrungen, dass Gott der Herr, der im Konklave die Stimmen der Kardinäle auf den Kardinal Roncalli gelenkt hat, nun auch dem Erwählten die Fülle Seiner Kraft und Weisheit schenkt, um das Petrusamt recht zu führen und die Kirche in diesen unruhigen Zeiten sicher zu leiten und zu regieren. Mögen persönliche Begabungen und reiche Erfahrungen, die der Erwählte in den verschiedenen Stellungen und Ämtern hat erwerben können, eine noch so wertvolle Mitgift darstellen, entscheidend ist doch die Erwählung durch den Herrn, dessen Stellvertreter der Papst hier auf Erden ist. Das Papsttum ruht eben nicht auf Menschenmacht und Menschenweisheit, sondern auf dem Felsengrund des Evangeliums».
(emf; zit. nach Schmi 62f)
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