Sakramentale Weggenossenschaft
Das Dekret Presbyterorum ordinis kann nicht einfach über den Priester spekulieren, ohne ihn in grosse Bezüge einzubinden. Über den Priester kann ich nicht nachdenken, ohne über die Kirche zu reflektieren, über die Kirche nicht ohne über die Sakramentalität zu sprechen und über die Sakramentalität nicht ohne über den Gottesbezug in seiner dreifaltigen Wirklichkeit zu meditieren.
Den Priester allein und für sich gibt es somit nicht, sondern es gibt ihn immer nur in der Weggenossenschaft mit allen Menschen und mit Gott.
Hierarchische Gemeinschaft ist darum nicht etwas klerikal ausgesondertes, sondern die von Gott gewirkte Wirklichkeit der ganzen Kirche: «Da der priesterliche Dienst aber ein Dienst der Kirche selbst ist, kann er nur in der hierarchischen Gemeinschaft des ganzen Leibes erfüllt werden. Die Hirtenliebe drängt also die Presbyter, da sie in dieser Gemeinschaft handeln, ihren eigenen Willen im Gehorsam dem Dienst an Gott und den Brüdern zu widmen, …» (PO 15,2) Sie sollen sich «verausgaben» selbst im niedrigem und ärmlichen Amt. Damit helfen sie mit, dass das Volk Gottes befähigt wird, seine eigene Sendung zu erfüllen: «Deswegen kommt es den Priester als den Erziehern im Glauben zu, entweder durch sich oder durch andere dafür zu sorgen, dass die einzelnen Gläubigen zur Ausbildung ihrer eigenen Berufung gemäss dem Evangelium, zu aufrichtiger und tätiger Liebe und zur Freiheit, durch die Christus uns befreit hat, im Heiligen Geist hingeführt werden.» (PO 6,2)
So ist mit diesem Akzent wieder aufgegriffen die Gemeinschaft und Verantwortung zwischen Priester und Gottesvolk wie sie Augustinus bereits erkannt hat: «Wo mich schreckt, was ich für euch bin, tröstet mich, was ich mit euch bin. Für euch bin ich nämlich Bischof, mit euch bin ich Christ. Jenes ist der Name des empfangenen Amtes, dieses der Gnade, jenes der Gefahr, dieses des Heiles. (…) Wenn mich also mehr freut, dass ich mit euch erkauft wurde, als dass ich euch vorgesetzt bin, dann werde ich, wie der Herr es vorgeschrieben hat, noch überreicher euer Diener sein. (Serm 340,1).
(Richard Hartmann)
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