Konzilsblogteam

Was wirklich wichtig ist

Totalitätsansprüche wie die Rede von der Letztverantwortung oder auch die Vorstellung, dass alle Funktionen der Leitung einer Organisation (!) in Händen des Amtes sein müssen, sorgen sowohl für Überforderungen, wie für Abwertung anderer. Das Dekret über den Dienst und das Leben der Priester gibt jedoch eine klare Rangfolge vor, deren Relecture wichtig wird, wenn wir die Aufgaben und die Würde der geweihten Dienste im Gottesvolk neu beschreiben. An oberster Stelle und quasi als Grundkriterium aller weiteren Tätigkeiten stehen Verkündigung (Munus docendi) und Dienst an den Sakramenten:
«Das Volk Gottes wird zuerst geeint durch das Wort des lebendigen Gottes, das aus dem Mund der Priester zu verlangen ganz und gar recht ist.» (PO 4)
«Die Feier der Eucharistie ist also das Zentrum der Gemeinde der Gläubigen, der der Priester vorsteht.» (PO 5.2)
Für die Glaubwürdigkeit beider Dienste bedarf es der steten Mühe um Heiligung.
Das Munus docendi braucht dazu vorrangig Weisheit nicht zuerst Fachwissen. Der Dienst der Verkündigung ist ausdrücklich Teil der sakramentalen Heiligung. Es versteht sich sowohl missionarisch, will Menschen zu Christus hinführen, wie diakonisch, weiss um die heilende Kraft des Gotteswortes.
(Richard Hartmann)

16. Mai 2015 | 00:04
von Konzilsblogteam
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