Konzilsblogteam

Yves Congar über die Gefahren der vierten Session

Am 29. April 1965 macht sich Yves Congar Tagebuchnotizen über die Zeitschrift «Concilium». Mgr. Etchegaray, den der Dominikanertheologe trifft, hörte viel Kritik gegen die Zeitschrift, sowohl an der römischen Kurie wie auch andernorts. Yves Congar selbst erachtet die Herausgabe von zehn Faszikeln pro Jahr als zu ambitiös, vor allem wegen der Übersetzung in verschiedene Sprachen. Dann sieht er besonders in Italien Schwierigkeiten, angesichts der sehr präsenten römischen Kurie. Edward Schillebeeckx ist in Rom eine unerwünschte Person.
Auch für die vierte Konzilssession hegt Congar Befürchtungen: Die Konzilsminorität mache, was die Rechte und Aufgaben der Bischöfe betreffe («De pastorali Episcoporum munere»), in drei Punkten Schwierigkeiten: 1. was die Beteiligung der Nuntien an den Bischofskonferenzen betreffe, die Congar offensichtlich negativ wertet; 2. was die Vollmachten der Bischöfe betreffe; 3. die Schwierigkeiten um die Einrichtung eines Beratungsorgans für den Papst (wie aktuell!). Papst Paul VI. wünschte mehrmals ein solches Gremium, liess sich dann aber durch die ihm dargelegten damit verbundenen Schwierigkeiten beeindrucken. Congar meint, dass die Einrichtung eines solchen Beratungsorgans scheitere, wenn dies nicht noch unter dem Druck des Konzils geschehe.
(ufw; Co II, 361).

29. April 2015 | 00:11
von Konzilsblogteam
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