Konzilsblogteam

Die Diskussion um die Arbeiterpriester

Im Hintergrund der Richtungsfrage, wie deutlich beim Dienst der Presbyter die missionarische Sendung zu betonen sei, stehen die Auseinandersetzungen vor allem in Frankreich um die Arbeiterpriester. Nach den Verwerfungen und Verboten in den 50er Jahren hatte auf der Ebene der französischen Bischofskonferenz Ende 1963 bereits ein Prozess der Wiedereingliederung der Arbeiterpriester begonnen.
In einem anonymen Dokument zugunsten der Arbeiterpriester wurde die missionarische Dimension des presbyteralen Dienstes betont und gewünscht, dass Priester «unter bestimmten Umständen und wegen der Erfordernisse der Mission auch manuelle Arbeit unter den allgemeinen Bedingungen verrichten» sollten (A 4,672 Anm. 271).
Andererseits erschien im Februar 1965 ein Roman von Michel de Saint-Pierre «Les nouveaux prêtres», der Erfahrungen der Arbeiterpriester beschrieb und die damit verbundenen pastoralen Experimente ablehnend kritisierte. Papst Paul VI., der diesen Roman gelesen hatte, fragte Bischof Ancel nach seiner Einschätzung, hielt aber das im Roman skizzierte Bild für vereinfachend und dadurch falsch.
In PO 8 wird – nach Diskussionen bis zuletzt – eine positive Würdigung der Priester, die «sogar Handarbeit verrichten und damit am Los der Arbeiter selbst teilhaben», möglich.
(emf; vgl. A 4,667-676)

27. März 2015 | 00:04
von Konzilsblogteam
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