Queres:
Je älter wir werden,
auf umso mehr jüngere Jahre können wir zurückblicken.
Vergiss nicht zu lernen.
Und lerne zu vergessen.
Geschichte einer Beziehung:
Sie hatte ihn zum Fressen gern.
Dann musste sie gegen das Erbrechen kämpfen.
(Zwischenbemerkung: Gilt natürlich auch in der Version: «Er hatte sie …»
Von Frau zu Frau
wird manche Wahrheit erzählt,
die für Männer nicht gilt.
Immer wieder die alte Frage:
«Wo bin ich?»
Und die immer gültige Antwort:
«Hier!»
Wir sind einander abhanden gekommen.
Wann kommen wir einander wieder zuhanden?
Verrückte rücken einiges zurecht.
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karl stadler sagt:
Das Quere, das Sie ausdrücken, regt einen an, ab und zu von gewohnten, eingeschliffenen Denkschablonen etwas abzurücken, bzw. zu versuchen, über die je eigenen Denkraster zu reflektieren.
Der oben stehende Aphorismus betreffend die immer wiederkehrende Frage “Wo bin ich” und die zwingende Antwort “Hier” lässt mich, wenn auch in anderem Kontext, an folgendes denken: Letzthin besuchte ich eine Veranstaltung, wo das biblische Narrativ von Abraham und Isaak, die Akkeda, das Thema bildete. Die Leiter der Veranstaltung hatten in sehr beeindruckender Weise durch diese Geschichte geführt und aufgezeigt, was alles an Weisheit, Anleitungen und reichhaltiger Auslegungstradition jüdischer wie christlicher Prägung auch für Nichtgläubige in solchen Versen stecken kann.
So kam die Rede auch darauf, wie Gott Abraham anruft und dieser mit dem bekannten “Hier bin ich” anwortete, mit diesem “Hier!”, das ja in diesem Zusammenhang keine örtliche Orientierung beinhaltet, als vielmehr eine Bereitschaft, eine Offenheit für den Anrufenden.
Vielleicht zur Missbilligung mancher Mitglieder der Theologenzunft fühle ich mich da, auch ein wenig an die Zeit meiner Rekrutenschule erinnert, als ich von den Vorgesetzten jeweils in erheblicher Lautstärke mit “Rekrut Stadler” angerufen wurde und man mit einem nicht weniger kräftigen “Hier!” zu antworten hatte. Auch diese Antwort beinhaltete keine örtliche Orientierung, als vielmehr ein zur Verfügung stehen, das bereit sein für einen Auftrag. Allerdings, so will es scheinen, nimmt sich dieser Aufruf im Militär, der ja nur innerhalb eines befehlshierarchisch strukturierten Militärbetriebes erfolgte, äusserst harmlos und bescheiden aus im Verlgiech zu dem, was die jüdische und christliche Tradition an verlangter exitentieller Bereitschaft in den besagten Vers der Akkeda hineinlesen.