Ein (zu) diskretes Dementi
Am 2. März 1965 unterhält sich Yves Congar mit Bischof Johannes Willebrands über einen Artikel im Osservatore Romano, der am selben Tag erschienen ist. Sehr prominent und hervorgehoben ist dort auf der ersten Seite mit offiziellem Anstrich eine Aussage platziert worden, derzufolge die Nota Praevia zum dritten Kapitel von Lumen gentium eine «authentische Quelle» der Interpretation der Kirchenkonstitution sei.
Von Seiten des Staatssekretariates war dem Sekretariat für die Einheit jedoch mitgeteilt worden, man missbillige diese Publikation, die in keiner Weise offiziellen Charakter habe.
Willebrands und Congar sind sich einig: Wenn dies so sei, dann solle man es im Osservatore Romano selbst zum Ausdruck geben. Immer wieder trete dasselbe Phänomen auf:
(1) Jemandem gelingt es, in den offiziellen Organen eine Aussage zu platzieren, die der eigenen Meinung entspricht.
(2) Es erscheint ein Dokument, das nicht unterzeichnet ist und von dem man nicht weiss, woher es kommt.
(3) Das Dementi erfolgt diskret, übers Telefon, und nicht direkt über den öffentlichen Kanal.
(emf; vgl. Co 2,343 f.)
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