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Neue Kardinäle, deren Ernennung zum Teil Fragen aufwirft

Bereits am 25. Januar 1965 wurde bekannt gegeben, dass Paul VI. am 22. Februar 1965 27 Kardinäle ernennen werde, womit die Gesamtzahl der Kardinäle auf 103 erhöht wurde.
Die Erhebung des Schweizers Charles Journet zum Kardinal war die Anerkennung seines theologischen Werkes, ohne dass Journets Werk grossen Einfluss auf das Konzil haben sollte. Wichtig aber waren seine Äusserungen zugunsten der Religionsfreiheit und den nichtchristlichen Religionen.
Einige Kardinalsernennungen bedeuteten die Anerkennung des «wiederentdeckten» Bischofsamtes oder waren als Stärkung im schwierigen Kampf gegen den Kommunismus gedacht. Auffällig war die Ernennung von drei orientalischen Patriarchen, was von vielen als überflüssige Angleichung der orientalischen Traditionen an den westlichen Katholizismus empfunden wurde. Gewisse Kreise waren verblüfft, dass die drei orientalischen Patriarchen die Ernennung überhaupt annahmen.
Für Yves Congar war der 22. Februar 1965 ein schlimmer Tag, und die Bewertung der neuen Kardinäle fiel nicht selten negativ aus. Die Ernennung der drei orientalischen Patriarchen zu Kardinälen stiess auf den Widerspruch von Congar, weil er die Ernennungen als beleidigend für die orientalischen Kirchen empfand: Wie konnte Paul VI. überhaupt auf diese Idee kommen?
Die am 22. Februar 1965 stattfindende Huldigung der Kardinäle, an der Congar teilnahm, wird von diesem als hohl und peinlich empfunden – kirchliches Ballett, «bella figura», gegen die Ekklesiologie der Kirche verstossend. Umso schneller und lieber gab er sich danach seiner Arbeit hin.
(ufw; A IV, 580–582; A V, 582; Co II, 334–336.)

22. Februar 2015 | 00:21
von Konzilsblogteam
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