Aus Versehen in Genf
Der ökumenische Terminkalender des Jahres 1965 begann mit einem dichtgedrängten Programm: vom 12.-21. Januar fand im nigerianischen Enugu die Tagung des Zentralausschusses des Ökumenischen Rates der Kirchen statt (vgl. Konzilsblog 12. Januar 2015), kurz darauf wurde weltweit im Rahmen der Gebetswoche für die Einheit der Christen gebetet. Es ist auch dem Konzil zu verdanken, dass hierfür vielerorts die Initiative zu Veranstaltungen ergriffen wurde.
In Genf, das bisweilen mit dem Titel «protestantisches Rom» versehen wird, lud im Rahmen der Gebetswoche der örtliche Rassemblement oecuménique des Églises de Genève (s. auch dessen Homepage www.recg.ch) Kardinal Bea und Pastor Marc Boegner zu Vorträgen ein. Als Kardinal Bea zusagte, dachte er freilich, dass die Einladung vom ÖRK ausging. Als der Irrtum erkannt wurde, wurde die Veranstaltung nicht etwa abgesagt, sondern «zu einer Feier umgestaltet, an der die Bildung der Gemischten Arbeitsgruppe öffentlich angekündigt wurde.» (A 5, 578). Diese Arbeitsgruppe (vgl. Konzilsblog vom 27. Juli 2014 zur «Joint Working Group») stellt eine der grossen institutionellen Errungenschaften des Konzils im Bereich der Ökumene dar.
(mq)
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