Aufbruch zur Zukunft in ökumenischer Freundschaft
Wenn ein Konzil einen Text verabschiedet, sind damit noch nicht Realitäten der Kirche verändert. Dies gilt auch für das Dekret über den Ökumenismus Unitatis redintegratio, das in der dritten Konzilssession 1964 verabschiedet worden war. Die Umsetzung ist der Folgezeit anvertraut.
Die folgende Geschichte trug sich in Bukoba, einer kleinen Stadt in Tansania zu. Dort lagen die römisch-katholische Kirche und die lutherische Kirche in grosser Nähe zueinander. Die verantwortlichen Seelsorger, ein katholischer Priester und ein lutherischer Bischof, «hatten kaum irgendwelche Kontakte zueinander. Der katholische Priester fuhr jeden Tag mit seinem Motorrad am Haus des Bischofs vorbei, aber die beiden begegneten sich nie. In seinem unnachahmlichen Tonfall erzählte […] der Bischof, wie der Priester eines Morgens sein Motorrad vor seinem Haus angehalten habe, eingetreten sei und mit freudevollem Ausdruck verkündet habe: ‹Wir erhielten Instruktionen vom Vatikan. Von jetzt an sollen wir Freunde sein›».
(Jonas Jonson: Die Bedeutung des II. Vatikanischen Konzils angesichts der heutigen ökumenischen Situation – aus der Perspektive des Ökumenischen Rates der Kirchen. In: Peter Hünermann [Hrsg.]: Das Zweite Vatikanische Konzil und die Zeichen der Zeit heute. Freiburg i.Br.: Herder, 2006, 451-473, 385-390, 385; emf)
Die Rechte sämtlicher Texte sind beim Katholischen Medienzentrum. Jede Weiterverbreitung ist honorarpflichtig. Die Speicherung in elektronischen Datenbanken ist nicht erlaubt.


