Verifizierung
Was gibt es nach dem fünfzehnten Assisi-Aufenthalt noch zu berichten? Nebst dem üblichen Hässlichen, das eine so lange Autofahrt von 2 mal 800 Kilometern bringen kann (dieses Mal ein Endlos-Stau um Mailand herum in böser Vorsommer-Hitze, der alle zwang, die Autobahn zu verlassen und mich an den Rand des klaustrophobischen Nervenzusammenbruchs brachte), hier eine (mehr pfadfinderlagerhafte als blog-seriöse) Auflistung nach dem Motto «das gibt’s nur einmal, das gibt’s nur dort unten»:
- wirklich gute Glacé (von mir seit Kinderzeiten als «Kratzglacé» beschrieben) unterhalb der Piazza und im Seitengässchen von St.Maria degli angeli etwa in den Sorten Fiordilatte, Nocciola, Zuppa Inglese – das gibt’s nur südlich der Grenze, und das gibt es auch in Assisi
- einfache umbrische Küche, kulminierend in einem traumhaften asaggio di bruschette e torte di testa, belegt und beträufelt mit aglio, oglio, tartufo nero, pomodori e funghi, das gibt’s in herausragender Weise im Restaurant des Campeggio Fontemaggio, und dies zusammen mit dem einfach herrlich trockenen Grechetto
- und von jetzt an seriös
- die Olivenhaine neben San Damiano, die zwar nicht betreten werden sollten (aber von unseren Gruppen Besuch für Besuch betreten wurden), sind für die Ewigkeit gepflanzt und strahlen die Einmaligkeit von Boden auf, auf dem ein Heiliger geschritten ist
- noch immer der Wald um Carceri mit seinen vielen kleinen Wegen, mit der erfrischenden Luft einiger Höhenmeter mehr und einer Atmosphäre, die zumindest von Erwachsenen Konzentration einfordert
- dieses Mal und einmalig ein Besuch der Krypta, der Unter- und der Oberkirche von San Francesco fast ohne weitere Touristen, so habe ich dies nicht einmal 1998 im Jahr nach dem terremoto erlebt, einfach ein Abschiedsgeschenk
- das wiederkehrende böse Erwachen, ja der Abscheu angesichts des Monsters, das über der Porziuncola erbaut wurde, Mahnung an die Kirche, wie grässlich sie das Heilige verunstalten kann
Es war (bis auf die Rückreise) ein schönes Abschiednehmen.
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