Konzilsblogteam

Das Gott so teure Volk der Juden

Die vorweihnachtliche Zeit hält den Christen von jeher ihre jüdische Wurzel vor Augen, so sehr dies oft verdrängt oder der jüdische Glaube christlich vereinnahmt wurde.
Während der dritten Konzilssession war am 28./29. September 1964 (siehe die entsprechenden Blogbeiträge) über den damals noch als Erklärung über die Juden konzipierten Text diskutiert worden. Eine schwedische Korrespondentin schrieb: «Heute war der grösste Tag des Konzils in dieser Session; die Deklaration über die Juden wurde durch eine Reihe von Reden mit Pauken und Trompeten vorangetrieben; eine Ansprache war positiver als die andere». Zahlreiche Bischöfe traten dafür ein, die Erklärung postiver, liebevoller zu fassen (so Kardinal Richard James Cushing, Boston) und die Berufung des jüdischen Volkes in ihrer bleibenden Bedeutung anzuerkennen (so Kardinal Achille Liénart, Lille). Dabei wird auch auf die Geschichte des Irrtums und der Ungerechtigkeit seitens der Christen zurückgeblickt.
Erzbischof Patrick Aloysius O’Boyle, Washington, formulierte: «Die beste Art, unsere Liebe zu jenem von Gott in alter Zeit erwählten Volk zu bezeugen – dem Volk, aus dem Jesus und Maria hervorgegangen sind, dem Volk, das auch jetzt Gott teuer ist um seiner Tugenden und seiner Frömmigkeit willen –, wäre, dass wir das jüdische Volk ausdrücklich um Verzeihung bitten wegen der Pein und der Ungerechtigkeit, mit denen gewisse Christen seine Geschichte entehrt haben».
(emf; Zitate aus: Johannes Oesterreicher: Kommentierende Einleitung [zu NA]. In: LThK2 13 [1967] 406-487, 441.443)

23. Dezember 2014 | 00:03
von Konzilsblogteam
Lesezeit : ca. 1  Min.
Teilen Sie diesen Artikel!