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Zum 100. Geburtstag von Edward Schillebeeckx

Edward Schillebeeckx OP, 1958-1983 Professor für Systematische Theologie in Nijmegen, nahm am II. Vatikanischen Konzil als Berater des niederländischen Episkopates teil, der einzelnen Bischöfen in der Vorbereitung ihrer Stellungnahmen beiseite stand. Ausserdem hielt er des öfteren Vorträge am niederländischen Dokumentationszentrum für das Konzil, so am 16. September 1964 einen Vortrag zum Thema Kirche und Welt. Hier mahnte er dazu, die Kirche solle der Welt gegenüber nicht nur als Lehrende, sondern auch als Hörende auftreten (was in GS 40.44 auch ausgesagt werden wird).
Schillebeeckx ging es um eine Schwerpunktverlagerung der Kirche, die mit einer fünffachen Dezentralisierung einhergeht: von sich selbst auf Christus; von der zentralen zu einer kollegialen Leitung der Kirche; von einer Konzentration auf die Hierarchie hin zum Verständnis der Kirche als Gottesvolk; von der Aufmerksamkeit nur auf das Christentum hin zu einer Offenheit für andere Religionen und den Dienst an der Menschheit, und dies letztlich in Hinordnung auf das umfassende Reich Gottes. Deswegen ist für Schillebeeckx die Konzilsaussage, dass die Kirche «universales» bzw. «allumfassendes» «Sakrament des Heils» (LG 48; GS 45) ist, von grösster Bedeutsamkeit.
Das Anliegen, den christlichen Glauben in den Dialog mit der zeitgenössischen Kultur und Gesellschaft zu bringen, prägt das Gesamtwerk des Dominikaners. Heute vor 100 Jahren wurde Edward Schillebeeckx in Antwerpen geboren. Er starb 2009 in Nijmegen.
(emf; vgl. A 4,323f; Carsten Barwasser: Theologie der Kultur und Hermeneutik der Glaubenserfahrung. Zur Gottesfrage und Glaubensverantwortung bei Edward Schillebeeckx OP. Münster: LIT, 2010, 179f)

12. November 2014 | 00:03
von Konzilsblogteam
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