Konzilsblogteam

Die Ausgangslage in der Diskussion über die Priester

Die zwei Schemata «Das Leben und der Dienst der Priester» und «Priesterausbildung» waren in der Intersessio zwischen der zweiten und dritten Konzilssession gemäss entsprechenden Auflagen stark gekürzt worden. «Das Leben und der Dienst der Priester» wurde dann vom 13. bis zum 15. Oktober 1964 diskutiert, «Priesterausbildung» einen Monat später vom 12. bis zum 17. November. Die beiden Schemata waren von unterschiedlichen Kommissionen ausgearbeitet worden, obwohl es Verbindungen zwischen beiden gibt.
Das erste Schema stiess auf deutliche Ablehnung, so dass Kardinal Döpfner seinen Plan, sofort darüber abzustimmen, zurückzog. Dies war auch für die Behandlung der anderen kurzen Schemata wichtig. Der den Konzilsvätern am 13. Oktober 1964 vorgelegte Text trug neu den Titel «Das Leben und der Dienst der Priester», nicht einfach «Priester».
Marty begründete als Sprecher der Kommission diese Titeländerung und betonte, dass heute die Priester nicht nur Väter und Meister der Laien seien, sondern auch deren Brüder. Der Pflichtzölibat wurde im Entwurf bestätigt und eine Reform des Benefizienwesens gefordert, damit die Kirche nicht des Feudalismus bezichtigt werde.
Über 130 Konzilsväter ergriffen das Wort oder machten eine Eingabe. Alle betonten die Wichtigkeit des Priesterschemas, denn von den Priestern hänge die geistliche Erneuerung der Kirche ab. Das Urteil der Mehrheit der Konzilsväter über das Schema fiel negativ aus, besonders weil die Kürze des Schemas nicht der Bedeutung des Inhalts entspreche.
(ufw; A 4, 401–413)

13. Oktober 2014 | 00:04
von Konzilsblogteam
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