« ... sie sind mit uns die Kirche» – Einführung von Kardinal Fernando Cento zum Schema über das Laienapostolat
Als Johannes XXIII. im Zuge der Vorbereitung des Konzils eine Kommission mit Namen «De apostolatu laicorum» einsetzt, überrascht dies viele. Nicht nur der Sache selbst wegen, sondern auch aufgrund der Tatsache, dass diese Kommission keiner der damaligen kurialen Dikasterien entspricht. Die Kommission erhält die Aufgabe, eine Konstitution über das Apostolat der Laien vorzubereiten. Den Vorsitz der Kommission hat Kardinal Fernando Cento inne. Sie besteht zuerst aus Bischöfen und Theologen, ab 1963 auch aus Laien.
Nach einer vierjährigen Arbeitsphase stellt Kardinal Cento auf der 95. Generalversammlung am 6. Oktober 1964 den Entwurf (nun) eines Dekrets «De apostolatu laicorum» vor. Dieser Textentwurf wird von der Generalversammlung als Diskussionsgrundlage angenommen und erfährt bis zu seiner Verabschiedung im Jahr 1965 einige grundsätzliche Veränderungen. Was jedoch Kardinal Cento schon in seiner Einführung zum Textentwurf betont, kann als roter Faden in der Geschichte des Dekrets bezeichnet werden: das Apostolat in der Kirche ist sowohl den Klerikern als auch den Laien aufgrund ihrer Taufe gemeinsam. Als «christifideles» sind sie – wenn auch auf je eigene Weise – zum gemeinsamen Apostolat berufen.
Ein Apostolat also, das nicht von gegenseitigem Misstrauen bestimmt sein sollte, sondern von gegenseitigem Vertrauen. Auf der Grundlage dieses Verständnisses vom gemeinsamen Apostolat der Kirche beendet Cento seine Einführung zum Apostolat der Laien mit den Worten: «Die Laien sind nicht nur in der Kirche, sondern sie sind mit uns die Kirche, deren lebendige und wirksame Glieder. Seien wir also eines Herzens und einer Seele mit ihnen: Führen wir den allerneuesten Wunsch unseres Erlösers zu einem glücklichen Erfolg» (AS III/4, 421).
(Salvatore Loiero)
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