Paul VI. bejahte den technischen Fortschritt
Wie keiner seiner Vorgänger war Paul VI. von einem grossen Fortschrittsoptimismus geprägt. Aber dieser Fortschritt durfte für ihn kein Selbstzweck sein, sondern dieser sollte das Zusammenleben der Menschen erleichtern und die Lebenschancen der Bedrängten fördern, was in letzter Konsequenz ein Beitrag zur grösseren Ehre Gottes sei.
Dem am 2. Juli 1963 in Privataudienz empfangenen John F. Kennedy empfing er mit der Aussage: «Die letzten Jahre haben beeindruckende Entwicklungen bei der Erforschung des Weltraums mit sich gebracht, zu denen die USA beachtliche Beiträge geleistet haben. Mögen dies Unternehmungen zur Ehre Gottes beitragen, des Schöpfers und höchsten Lenkers der Welt. Weil sie so vielversprechend für das Wohl der Menschheit sind, mögen sie auch einen wahren und friedlichen Fortschritt einleiten, der die Menschen zu einer universalen brüderlichen Gemeinschaft zusammenschliesst.» Paul VI. machte klar, dass der amerikanische Präsident sich mit seinen Prinzipien im Einklang mit der Kirche finden durfte.
Eine besondere Faszination übte schliesslich die erste Mondlandung am 21. Juli 1969 auf Paul VI. aus; dieses Interesse inszenierte er öffentlich, indem er bewusst sich in der Sternwarte von Castel Gandolfo filmen und fotografieren liess, auch, wie er mit grosser Anteilnahme die Landung am Fernseher mitverfolgte. Er übermittelte schliesslich den erfolgreichen Astronauten in englischer Sprache eine live übermittelte Botschaft, die dem Geschehen eine sittliche und religiöse Weihe verlieh.
(ufw; Er 180–182.)
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