Konzilsblogteam

Enttäuschte Reaktionen

Kein «feierliches Dokument mit primär lehrhaftem Charakter», «sondern ein einfaches Schreiben sein, wie es zwischen Brüdern und Familienangehörigen üblich ist», mit diesem zurückhaltenden Anspruch tritt die Enzyklika Ecclesiam suam von Papst Paul VI. auf (Nr. 7). Die auf dem Konzil zu beratenden Fragen über das Verständnis von Kirche will Paul VI. nicht «stören», sondern diese Arbeit «loben und anregen» (Nr. 6).
Gleichwohl wird mit Bedauern festgehalten, dass die Enzyklika die Kirche nur in einem Schriftzitat Volk Gottes nennt. Auch das Dialogverständnis stösst auf Kritik. Dass die Kirche mit einem Arzt verglichen wird, erweckt den Eindruck, als seien die Dialogpartner krank. Der Ton wirkt etwas «paternalistisch» (so Bischof Elchinger: Co 2,121), manches wird als oberflächlich empfunden. Ökumenisch befremdet der (wenig dialogische) Anspruch, dass «die Katholische Kirche sich aufmacht, die eine Herde Christi wieder zusammenzuführen» (Nr. 109). Aufmerksam wird wahrgenommen, dass die Rede vom innerkirchlichen Dialog mit einem deutlichen Appell an den Gehorsam verbunden wird.
(emf; vgl. Peter Walter: Aufrichtiger und geduldiger Dialog. In: Mariano Delgado [Hrsg.]; Michael Sievernich [Hrsg.]: Die grossen Metaphern des Zweiten Vatikanischen Konzils. Ihre Bedeutung für heute. Freiburg i.Br.: Herder, 2013, 81-100).

7. August 2014 | 00:03
von Konzilsblogteam
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