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Nicht zum Streiten: Karl Barth in Rom (2)

Begleitet von seiner Frau und seinem (katholischen) Hausarzt reist Karl Barth vom 22.-29. September 1966 nach Rom. Wir wurden «abwechselnd von Bischof Willebrands […] und von dem urchigen P. Magnus Löhrer aus Einsiedeln […], gelegentlich auch von Mgr. Salzmann, einem Oberwalliser, geführt, eingeführt, belehrt und gelegentlich auch in mehr weltlicher Form erfreut und erheitert. Ich bin schon in früheren Jahren mehrfach in Rom gewesen, aber noch nie so – im besten Sinn des Wortes – vergnügt wie diesmal» (11).
Tatsächlich legt er in seinen stundenlangen Gesprächen jeweils einige seiner Frageschemata vor, um dann die Antworten der Theologen entgegenzunehmen. Barth würdigt die Atmosphäre einer «gegenseitig brüderlich-vertraulichen Aufgeschlossenheit und Sachlichkeit. Stiess ich bei den Kontrahenten auf etwas härtere oder auch auf allzu weiche Stellen, so hütete ich mich wohl, nachzustossen, sondern eilte zur nächsten Frage. Ich war ja wirklich nicht zum Streiten dorthin gekommen» (12).
Aus der Vielfalt von Begegnungen mit Dominikanern, Benediktinern, Franziskanern und sonstigen Gelehrten hebt Barth die «mit den Jesuiten auf der Zinne ihrer Gregoriana, wo ich von meinem Sitz aus bei strahlendem Herbstwetter beständig die Kuppel von St. Peter direkt vor Augen hatte und also im Strom der ausgetauschten Reden nie vergessen konnte, wo ich mich befand» (13). Bei einer Begegnung mit Kardinälen sei er gewürdigt worden, «als wäre ich selbst dergleichen, mir fehlte aber das dazugehörige rote Käppchen» (14).
(emf; Zitate aus: Karl Barth: Ad Limina Apostolorum. Zürich: EVZ, 1967)

29. Juli 2014 | 00:01
von Konzilsblogteam
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