Auf dem Weg in den Ranft. (Foto: © Konrad Busslinger, Rex-Verlag)
Bruder Klaus und Gefährten

Bruder Klaus wird abgeschirmt

Der im Ranft lebende Eremit zog schnell Besucherinnen und Besucher an, weil vor allem sein Wunderfasten Aufsehen erregte, er aber auch als religiöser Ratgeber und Fürbitter gesucht war. Gesichert ist, dass seine eigene Familie, seine Nachbarn und Freunde regelmässig im Ranft waren, dazu viele einfache Leute. Dies ist quellenmässig aber nicht gut fassbar.

Die grösste mit Namen fassbare Besuchergruppe waren Vertreter ausländischer Staaten und der eidgenössischen Orte, allein in den Jahren 1478 bis 1482 sieben offizielle Delegationen vom Stand Luzern, um den Burgrechtshandel lösen zu können. Das Stanser Verkommnis ermöglichte dies im Jahre 1481, und Dankesdelegationen aus Bern, Freiburg und Solothurn kamen in den Ranft. Gesucht war also auch der politische Ratgeber!

Die meisten schriftlichen Aufzeichnungen von Besuchern sind von Theologen und Klerikern zu finden, was weiter nicht erstaunlich ist, da diese Gruppe des Lesens und Schreibens kundig war. Diese Gruppe wies aber auch streitsüchtige Vertreter auf, so dass sich Obwalden entschloss, brieflich am 25. Juni 1482 den Stand Luzern zu bitten, keine Personen nach Obwalden passieren zu lassen, ausser diese seien vertrauenswürdig und von Luzerner Boten begleitet.

Seit dem 21. Mai 1477 hatte Bruder Klaus in der Person von Peter Bachtaler einen eigenen Kaplan, was für den Ranfteremiten auch ein gewisser «Begleitschutz» war. Schon vorher war es aber nicht einfach, zu Bruder Klaus zu gelangen, wie der Reisebericht von Hans von Waldheim (1474) aufzeigt und derjenigen von Albrecht von Bonstetten (1478) bestätigt.

Wer bis zu Bruder Klaus vordringen konnte, wurde von ihm freundlich empfangen. Weitschweifigkeit lag Bruder Klaus fern, denn seine Worte waren kurz und klar, selbst in theologischen Fragen für einen Nichttheologen jedoch erstaunlich präzise.

Urban Fink-Wagner, Inländische Mission

 

Literatur:

Durrer (1917–1921), 203 f. u.a.m.; Gröbli (1990), 143–146.

Auf dem Weg in den Ranft. (Foto: © Konrad Busslinger, Rex-Verlag)
24. Mai 2017 | 00:03
von Bruder Klaus und Gefährten
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