Konzilsblogteam

«Die Kirche und die Kirchen» (III) – oder: … vergib uns unsere Schuld

In der zweiten Sessio machte Lukas Vischer den in den Texten und Interventionen spürbaren Willen aus, «die Begegnung zwischen römisch-katholischen und nicht-römischen Christen zu erleichtern». Entsprechende Hindernisse, so ein einhelliger Wunsch, müssten beseitigt werden. Dies beinhalte zum einen den Blick nach vorn – eine anzustrebende Erneuerung; zum anderen gehört dazu der Blick zurück – genauer gesagt ein ehrlicher Blick auf die Geschichte. «Der Papst selbst hatte in seiner Eröffnungsrede angedeutet, dass auch die römische Kirche zur Trennung beigetragen habe, und wenn auch eine Anzahl von Rednern daran festhielt, dass die Sündlosigkeit der Kirche nicht in Frage gestellt werden dürfe, haben manche diesen Hinweis aufgenommen und die Möglichkeit einer Mitschuld grundsätzlich eingeräumt. Diese Haltung ist für die Zukunft der oekumenischen Bewegung von grosser Bedeutung. Denn macht sie es nicht möglich, dass wir gemeinsam vor Gott treten und gemeinsam vor ihm unsere Schuld bekennen? Macht sie es nicht möglich, dass wir die Gefühle unwillkürlicher Abneigung, die wir gegeneinander haben, allmählich überwinden und unsere Trennung auf die eigentlichen Gegensätze reduzieren? Wir haben auf beiden Seiten noch unendlich viel durch Jahrhunderte angesammelten Ungeist abzutragen.»
 
(mq; vgl. Lukas Vischer, Die Kirche und die Kirchen, in: Reformatio 13 (1964), 67-84, 73).

5. April 2014 | 00:14
von Konzilsblogteam
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