«Die Kirche und die Kirchen« (I) – oder: Komm herab, o heiliger Geist
Vor ökumenischem Publikum – «im Kreise der Evangelischen Studentengemeinde und der Katholischen Studentenschaft» in Zürich – halten Anfang 1964 der Konzilsbeobachter Lukas Vischer vom Ökumenischen Rat der Kirchen und Konzilsperitus Joseph Ratzinger von der Universität Münster i.W. an zwei aufeinanderfolgenden Tagen unter dem Titel «Die Kirche und die Kirchen» Vorträge, in denen sie auf die zu Ende gegangene zweite Sitzungsperiode des Konzils blicken.
Lukas Vischer beginnt seine Ausführungen mit der Darlegung des «Problems der Einheit»: «Wir wissen, dass die Einheit Gottes Wille ist und darum verwirklicht werden kann. Wir sehen aber noch nicht, wie sie Wirklichkeit werden soll. Wir befinden uns auf einem Weg, dessen Ende uns noch verborgen ist, und wir können ihn nur gehen im Vertrauen darauf, dass der Heilige Geist mit seinem Volke ist und den Widerspruch, der menschlich gesehen unlösbar ist, durchstossen wird. Die Einheit liegt jedenfalls nicht in unseren Händen. Sie kann uns nur als Gabe des Heiligen Geistes zuteil werden.» Die vielfältigen Konzilsaktivitäten Vischers in Rom und Genf zeugen freilich davon, dass es für ihn ebenfalls nicht im Sinne des Heiligen Geistes ist, die Hände in den Schoss zu legen.
(mq; vgl. Lukas Vischer, Die Kirche und die Kirchen, in: Reformatio 13 (1964), 67-84, 68).
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