Der konziliare Beginn einer Freundschaft
Nachdem Kardinal Suenens Camara zugesagt hatte, die Schirmherrschaft für die Freitagstreffen zu übernehmen, stellte der Kardinal unmittelbar die Vertrauensfrage. Camara erinnert sich noch genau an seine Antwort:
«Ich muss Ihnen sagen, Eminenz, dass ich früher kein Vertrauen zu Ihnen hatte. Sie verstanden die Katholische Aktion nicht und haben sie bekämpft. Ich war gegen Sie und bekämpfte Ihre Ideen. Jetzt aber habe ich nicht mehr den Kardinal Suenens vor mir, den ich kannte, es ist ein anderer Suenens; und ich stehe hier, um im vollsten Vertrauen den Schutz dieses Suenens, des Moderators beim Konzil zu erbitten.»
Aus dieser Freimütigkeit erwuchs eine Freundschaft zwischen Suenens und Camara, der in seiner Erinnerung festhält:
«Wir waren ganz einer Meinung. Während des Konzils arbeitete mein lieber Pater Michael, wie ich Kardinal Suenens nannte, ideal mit uns zusammen. Er half uns, wenn die Freitagstreffen zum Ziel tendenzieller Auslegungen gemacht wurden. Da er in einer Schlüsselposition war, konnte er uns warnen, wenn sich im Verlauf des Konzils Schwierigkeiten ankündigten, und uns Anregungen geben.»
(Giancarlo Collet; Br 200f.)
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