Hinter den Kulissen
Wie auch aktuell im Vatikan ist die Kurie und ihre Reform während der zweiten Konzilssession immer wieder Thema von Gesprächen. Manche Insider legen offen, was hinter den Kulissen geschieht. So erfährt Henri de Lubac von Henri Joulia von der Kongregation für die Ordensleute und Paul Poupard vom Staatssekretariat, dass die «Kurialen» sich über die Bischöfe und ihren Wortschwall in der Konzilsaula lustig machen. Bald würden sie, die Kurienangehörigen, das Heft wieder in die Hand nehmen (vgl. Lu 2,53). Ähnlich klingt es in den Worten von Jean-François Arrighi, Mitarbeiter bei der Kongregation für die Orientalen und im Sekretariat für die Einheit: «Sollen sie nur reden, sollen sie nur reden […]; sie werden bald abgereist sein» (Lu 2,46f).
Kritisiert werden aber auch die Bischöfe: Sie sehen zu wenig klar, wehren sich zu wenig, sind zu wenig mutig. Die Kardinäle von der Peripherie (also jene, die nicht Kurienkardinäle sind) seien zu Sitzungen von Kongregationen, denen sie angehören, nicht gekommen (vgl. Lu 2,53). Henri de Lubac hört, die französischen Bischöfe hätten sich in den letzten Jahren geweigert, auch nur einen einzigen Priester nach Rom zu senden, «und sie fordern die Internationalisierung der Kurie!» (Lu 2,53).
(emf)
Die Rechte sämtlicher Texte sind beim Katholischen Medienzentrum. Jede Weiterverbreitung ist honorarpflichtig. Die Speicherung in elektronischen Datenbanken ist nicht erlaubt.


