Hans Leu

Welt-Auffuehrung «PASSION» 2. Hoher Donnerstag

In der Kath. Welt-Auffuehrung «PASSION» wird am Hohen Donnerstag eigentlich ein Mahl vorgestellt. Das Ursprungsmahl, das wir abgekuerzt Eucharistie nennen oder auch Abendmahl, ist als Mahl kaum mehr erkennbar.  Doch die Glaeubigen wissen um was es geht: Es ist die Rede von
«Wandlung», Theologen nennen es Transsubstantiation. Die Konzentration
ist auf Brot und Wein gerichtet – da geschieht nun das Wunder: Jesus Christus wird im Brot und Wein gegenwaertig. Die Frage: wie denn das geschieht und auf welcher Wirklichkeits-Ebene «das» geschieht, ist aufgrund des «Unglaublichen» zurueckgestellt. Bei Gott ist ja bekanntlich alles moeglich; und nicht alle wollen alles wissen. Wer da verwandelt ist auch klar: Der Heilige Geist in den Worten des Priesters. Jene, die sich nicht als «Tot-Suender» einschaetzen oeffnen die Hand und empfangen, was sie glauben.
Diese dargestellte Volks-Theologie ist (A) ergaenzungsbeduerftig:
1. Die Gegenwart Jesu Christi umfasst die Gemeinschaft der Glaeubigen in ihrem Tun. Zuerst sind sie Leib Christi. Sie ziehen ein zum Empfangen und Geben. Sie empfangen zuerst wohlwollende Akzeptanz und Vergebung und geben Gott Lob.
2. Dann wird dieser JX gegenwaertig als Wort, Wort-Gottes in Menschen-Gestalt in den Lesungen, die dann ja auch etwas erklaert werden (Homily).
3. In den Gaben geben sich die Glaeubigen zeichenhaft selbst. Sie sind bereits Brot und Wein fuereinander (oft ohne es zu wissen).
4. In der «Wandlung» werden sie herausgefordert «Brot und Wein» in der Art Jesu zu werden. Es geht um die Verwandlung in einen andern spirituellen Wirklichkeits-Zustand: Der gegenwaertig im eigenen Leben verkoerperte Geist Gottes, also Christ zu werden.; darum geht es!
5. Wer dann «Brot + Wein» empfaengt, sagt Ja zu dieser eigenen Wandlung (»Der Leib Christi»: Amen!) und empfaengt den nun in Brot und Wein real-symbolisch verkoerperten Lebens-Geist Jesu als «Wegzehrung» (Proviant) auf den eigenen Lebensweg.

B) Und hier kommt nun heute, ganz eigenartig aber entscheidend wichtig,die johanneische Aufklaerung und Aufforderung: Christ-Werdung ist sinn-voll im Dienst am Menschen und der Welt hin zur Verkoerperung Gottes (symbolisch als DIENST dargestellt in der Fusswaschung).
In dieser «jaehrlich-christlichen Ausstellungs-Woche» (Karwoche) darf diese Aufklaerung nicht fehlen, denn es muss heutzutage deutlich werden: Die Christ-Werdung ist in jedem Fall und im eigentlichen Sinne ein «Service-Public» an der Menschwerdung (des Menschen als auch des Geistes-Gottes). Es gibt weder ein Christ-sein noch ein Kirche-sein «nur fuer sich» sondern im von Jesus intentierten Sinne geht es um die «Existenz fuer die andern» (Hingabe). Die Christliche Welt-Gemeinschaft als Ganzes ist proklamiert als jesuanisches  »Brot + Wein» fuer das Leben der Welt. Damit ist der Sinn der Christ-Werdung eigentlich evident; d.h. klar und einsehbar gemacht (was uns aber nur selten gelingt).
Leider faellt gerade heute in der Liturgie «die Sendung auf den Weg in die Welt» weg (aus volkstuemlichen Gruenden). Eigentlich muesste heute gesagt werden: «und nun geht gesegnet und bevollmaechtigt mit einem jesuanischen Selbstverstaendnis in diesen euren Service-Public».

 

14. April 2017 | 11:59
von Hans Leu
Lesezeit : ca. 2  Min.
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