Sorge um die Reformanliegen
Ob die brieflich mitgeteilten Befürchtungen von Bischof Josef Schoiswohl (vgl. Konzilsblog vom 6.2.2014) Kardinal Döpfner zum Nachdenken gebracht haben?
Am 14. Februar 1964 antwortet Döpfner dem Bischof von Seckau, er stimme mit ihm überein, «dass bei dem Umfang der noch zu behandelnden Materie ein Abschluss des Konzils in diesem Jahr ohne sehr bedenkliche Nachteile wohl kaum vorstellbar ist» (Dö 565). Man solle aber aus strategischen Gründen von einem baldigen Schluss ausgehen, um die Vorbereitung zu straffen. «Was jetzt nottut, ist ein konsequentes Hinarbeiten auf das Ende, damit nicht alle Reformarbeit von vornherein auf die lange Bank geschoben wird» (Dö 566).
In seinen Notizen für die Bischofskonferenz in Hofheim am 17. Februar 1964 trägt er die Bedenken Schoiswohls referierend vor: «Wird nicht ein grosser Teil der gewünschten Reformen unterbleiben, wenn soundsoviele wichtige Fragen nicht mehr behandelt werden können? Wird dann nicht um so mehr die Kurie die Ausführung des Konzils in die Hand nehmen (durch die postkonziliaren Direktorien …), natürlich ganz in ihrem Sinn» (Dö 568f).
(emf)
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