Bruder Klaus trans-konfessionell: Pate ökumenischen Feierns heute
Eine «Chilbistimmung» wurde ausgemacht am Samstag, 1. April 2017, in Zug, am Nationalen ökumenischen Gedenk- und Feiertag, der unter dem Motto Gemeinsam zur Mitte der 500 Jahre Reformation und 600 Jahre Niklaus von Flüe gedachte.
Ein Hauch von «Kirchentag» war zu spüren; ein gelöstes, freundschaftliches Zuhören, Diskutieren, Austauschen, Suppenessen und Feiern. Die 1000 Mitfeiernden im gemeinsamen Gottesdienst haben einen authentischen Kairos erlebt: Man war unter Freunden, weshalb man sich, neben aller Freude über die (neu) entdeckten Gemeinsamkeiten den Tag über, auch die schweren Dinge sagen konnte. Und um Verzeihung bitten wollte und konnte – und es auch tat!
Eine solche spezielle liturgische Form mit einem gegenseitigen Schuldbekenntnis, vorgetragen von höchster kirchenamtlicher Warte beider durch die Reformation entzweiter Konfessionen, will sorgfältig vorbereitet sein. Damit sie aber zum Kairos wird, bedarf es jenes Geistes, der gemeinsam zur Mitte führt. Christi Geist war also am Werk. So spürten es alle.
Im Wissen darum, dass der gemeinsame eucharistische Tisch noch nicht in Sichtweite ist, hat man gleichwohl Brot geteilt. Es war das ambivalenteste Element – in einem Gottesdienst nota bene, der jenem gedenkt, der wie kaum jemand dem Brot gegenüber Zurückhaltung übte. Das Fasten des Niklaus von Flüe ist Ausdruck einer Konzentration auf eucharistische Seinsweise: aus dem Leib Christi, aus der Communio(n) mit Christus nur entsteht die versöhnte Einheit unter den Menschen, durchaus in ihrer Verschiedenheit.
Wir sind allem Feiern zum Trotz noch immer in der Zeit des Fastens, was das ökumenische Abendmahl anbetrifft. Aber dass wir gemeinsam zur Mitte unterwegs sein können, hat der Gedenktag in Zug eindrücklich erleben lassen. Dazu gehört das aufeinander Hören und einander gehorsam sein, wie Niklaus von Flüe sich ausdrücken würde. Dieser sorgfältige Umgang, der um die Gräuel der Konfessionsgeschichte und ihre bleiern nachwirkende Hypothek weiss, bedarf des Brunnens des gemeinsamen Gebets. Regelmässig. Dazu gab dieser Gottesdienst Anstoss. Böte Bruder Klaus mit seinem glasklaren Taufbewusstsein nicht Anregung, den nächsten ökumenischen Gottesdienst mit einem Taufgedächtnis zu eröffnen? Auf der einen Taufe allein beruht unser gemeinsamer Glaube.
Fr. Peter Spichtig op
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