Konzilsblogteam

Hirngespinst

«Das Wort Gottes hat sich inkarniert, UM Sohn Marias zu werden», diese Auffassung vertritt der Franziskaner Carlo Balić gegenüber dem belgischen Theologen Gérard Philips. Dieser berichtet Congar über das Gespräch. Balić habe begriffen, dass der Papst nicht über die Mittlerrolle Marias sprechen wolle. Er möchte aber den Titel «alma socia Redemptoris» einführen, sie also nicht nur Mutter des Erlösers, sondern seine Gefährtin nennen. Es ist seine Idee, dass Maria und Jesus Christus ein einziges Prinzip der Erlösung bilden. Congar nennt dies «un mariano-christianisme», welcher der Offenbarung fremd sei. Hingegen will Balić die biblische Formulierung «selig, die du geglaubt hast» meiden, weil Maria in einer direkten Anschauung Gottes gelebt und darum keinen Glauben nötig gehabt habe. «Das ist unerhört! Für ein Hirngespinst [billevesée] von angeblichen Theologen muss die Schrift Unrecht haben und schweigen» (Co 2,14). Maria stehe auch nicht innerhalb der Kirche, sondern darüber. In diesem Sinne hatte Balić früher bereits den Titel «Maria, Mutter der Kirche» lanciert (vgl. Co 1,487).
Am Ende des Gespräches habe Balić gesagt: Das Konzil wird entscheiden. «Worauf Philips antwortet: aber für Sie hat ja selbst ein Mehrheitsentscheid von 1900 auf 2100 Stimmen (Abstimmung vom 30. Oktober) keinen Wert!!!» (Co 2,15).
(emf)

2. Februar 2014 | 00:06
von Konzilsblogteam
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